Vier Jahre nach dem Fall Marie-Luise Vollbrecht steht erneut eine deutsche Universität im Mittelpunkt einer Debatte über Wissenschaftsfreiheit. An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) protestierten Studenten gegen eine Professorin, die Trans-Identitäten kritisch thematisierte. Vor diesem Hintergrund fragte die Berliner Zeitung bei der Humboldt-Universität (HU) nach, ob sie Parallelen zum Vollbrecht-Fall sieht und welche Konsequenzen sie aus den Protesten 2020 gezogen hat.

Anlass der Debatte ist eine Vorlesung der Düsseldorfer Entwicklungspsychologin Ute Johanna Bayen über die Entwicklung von Trans-Identitäten. Nach Protesten studentischer Gruppen und Forderungen nach Entlassung, Campusverbot und Absage der Lehrveranstaltung stellte sich die Universitätsleitung hinter die Freiheit von Forschung und Lehre.

Mittlerweile hat der AStA seine Position teilweise korrigiert. In einer gemeinsamen Erklärung mit dem Studentenparlament heißt es auf dem Instagram-Account, die bisherigen Forderungen hätten „einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Weg gestanden“. Deshalb rücke man „von Teilen der bisherigen Forderungen ab“. Die Ereignisse an der HHU wecken Erinnerungen an den Vollbrecht-Fall an der Humboldt-Universität im Jahr 2022.