Interview
Stand: 24.07.2026 • 20:18 Uhr
Kanzler Merz könnte mit der Kabinettsumbildung die Koalition aus dem derzeitigen Tief retten, sagt der Politikwissenschaftlers Oliver Lembcke im Interview mit tagesschau24. Jetzt müsse er den Wechsel aber noch komplett umsetzen.
tagesschau24: Friedrich Merz verkauft diesen Umbau als geordnete Neuaufstellung. Wenn ein Kanzler aber Fraktionsspitze, Kanzleramt, Gesundheitsministerium und möglicherweise auch Verkehr neu sortieren muss, ist das dann aus Ihrer Sicht noch souveräne Führung oder eher Krisenmanagement?
Oliver Lembcke: Es war Krisenmanagement, weil man von jetzt auf gleich einen Ersatz für Jens Spahn finden musste. Und es war relativ schnell klar, dass man dafür den Kanzleramtschef Thorsten Frei nimmt. Das heißt, es bot sich dann in der Krise eine Chance, Führungsstärke zu beweisen, indem man eben nicht nur nachvollzieht, was Spahn einem gewissermaßen vorgesetzt hat, sondern man jetzt tatsächlich aktiv mit neuen Leuten den Versuch unternimmt, die richtigen Leute an den richtigen Platz zu bringen. Das würde, wenn es denn gelingt, sicherlich Führungsstärke zeigen.













