Die kleine traditionelle Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns ist nun also offiziell Immaterielles Kulturerbe. Für Kulturministerin Bettina Martin (SPD) ist diese Aufnahme ins Bundesweite Verzeichnis ein wahrhaft großer Moment „der Wertschätzung und Würdigung“ für Heimat und Handwerk.
Doch schaut man von den feierlichen Sälen in Schwerin hinaus auf die See, verblasst der Glanz der Urkunde der Deutschen UNESCO-Kommission schnell. Wer die Romantik beiseite fegt und die Kutterkanten betritt, sieht keine malerische Postkarte, sondern das nackte Überleben. Die Statistik zeigt seit Jahren und Jahrzehnten nur in eine Richtung.
Während Anfang der 1990er an die 950 Fischereibetriebe die Häfen des Landes prägten, sichert heute nur noch ein Bruchteil davon ihre Existenz auf dem Wasser. Im Jahr 2026 zeigt der Balken für Haupterwerbsfischer auf die Zahl 144, für die Fischer im Nebenerwerb auf 123. Auch ein anderer Wert belegt die Dramatik überdeutlich, und das betrifft die Landungsmenge, die in Mecklenburg-Vorpommern von über 15.000 Tonnen Fisch im Jahr 2017 auf überschaubare 2.400 Tonnen in 2024 abrutschte.
Die nackte Realität im Fischnetz - Ende der Dauerhilfen








