15:15 Uhr – Freitag, 24. JuliDer Fahrgastverband Pro Bahn hat die offenbar anstehende Abberufung von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) begrüßt. „Schnieder sollte die Probleme insbesondere bei der Bahn beseitigen. Er hat nicht überzeugt“, sagte Verbandschef Detlef Neuß der „Rheinischen Post“. Stattdessen sei es bei der Bahn „schlimmer“ geworden.Die Lokführergewerkschaft GDL forderte einen Kurswechsel in der Verkehrspolitik. „Patrick Schnieder hat Fehler gemacht. Aber wer die Krise der Schiene auf eine einzelne Personalie reduziert, macht es sich zu einfach“, erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Mario Reiß. Deutschland brauche „keine weiteren politischen Rochaden“ hieß es weiter. „Wer die Schiene nachhaltig stärken will, muss den Mut haben, die Infrastruktur konsequent in den Mittelpunkt aller Entscheidungen zu stellen.“Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), sagte: „Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Bis gestern hatten wir einen Verkehrsminister, der zwar erkennbar mit der Schiene gefremdelt hat, aber wenigstens hatten wir einen. Jetzt ist Patrick Schnieder noch formal im Amt, aber de facto schon entlassen.“Peter Westenberger, Geschäftsführer des Verbands Die Güterbahnen, sagte, Schnieder sei die Dauerkrise auf der Schiene zum Verhängnis geworden. „Die mühsam im Koalitionsvertrag verankerten Entflechtungsmaßnahmen wurden nur ungenügend umgesetzt. Schnieders Nachfolger oder Nachfolgerin wird die Schienenpolitik mit der nötigen Distanz zur Deutschen Bahn gestalten müssen, sonst droht das gleiche Schicksal.“