Patrick Schnieder wusste es bereits am Donnerstagabend. Friedrich Merz hatte ihn am späten Nachmittag persönlich informiert: Er werde als Verkehrsminister entlassen. Am nächsten Morgen, 9 Uhr, Pressekonferenz im Kanzleramt – dort werde es öffentlich gemacht. Schnieder tat das Naheliegende: Er schrieb seinen Kollegen im Ministerium eine SMS.„Liebe Kollegen, der Bundeskanzler hat mir gestern am späten Nachmittag mitgeteilt, dass er mich als Verkehrsminister entlassen wird. Heute Morgen um 9.00 Uhr wird er dies u.a. in einer Pressekonferenz öffentlich machen. Ich wollte euch vorher informieren. Die Zusammenarbeit mit Euch war hervorragend. Beste AG der Welt! Vielen Dank für Eure großartige Unterstützung!“

Die Nachricht, die dem Handelsblatt vorliegt, ist in ihrer Tonlage bemerkenswert: kein Groll, kein Subtext – nur eine Verabschiedung, die der Kanzler selbst dann nicht vollzog.

Der Kanzler schweigt, der Nachfolger sagt ab

Merz trat um 9 Uhr vor die Presse – und sprach über Nina Warken, Carsten Linnemann, Philipp Amthor. Über Schnieder: kein Wort. Journalistenfragen ließ er nicht zu. Stattdessen ein Satz, der alles offen ließ: „Es wird weitere Veränderungen im Bundeskabinett geben. Darüber werde ich Sie zu gegebener Zeit informieren.“Was Merz nicht sagte: Sein eigentlich vorgesehener Nachfolger für das Verkehrsministerium hatte bereits abgesagt. Fritz Güntzler, Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Göttingen, sollte laut Redaktionsnetzwerk Deutschland an diesem Morgen vorgestellt werden. Er lehnte ab.