Im September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die AfD hat gute Chancen, stärkste Kraft zu werden – womöglich könnte sie sogar eine absolute Mehrheit erreichen. Die Debatte dreht sich dabei fast immer um die Gründe für ihren Erfolg: wirtschaftliche Sorgen, Migration oder das Gefühl, politisch nicht gehört zu werden. Viel zu selten wird gefragt, welche Folgen zentrale AfD-Forderungen gerade für jene Regionen hätten, in denen die Partei besonders viele Stimmen erhält.
In einer neue Studie des DIW Berlin bin ich dieser Frage nachgegangen. Die Analyse belegt ein AfD-Paradox: Regionen, die überproportional stark für die Partei stimmen, würden deutlich stärker unter ihrer Politik leiden als andere. Und nirgendwo gilt das mehr als in Sachsen-Anhalt. Die Studie simuliert die möglichen wirtschaftlichen Folgen zentraler AfD-Forderungen in der Bundespolitik, etwa die eines Austritts aus Euro und EU, einer Abschottung gegenüber Zuwanderung sowie massive staatliche Kürzungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt dadurch im Durchschnitt jährlich rund 1.600 Euro pro Kopf an Einkommen verlieren dürften; zudem könnten dort rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Obwohl vieles an der Unzufriedenheit der Menschen verständlich ist: Mit der Wahl der AfD würden sie sich selbst am meisten schaden.












