Die italienische Unicredit sieht sich bei der Übernahme der Commerzbank – ohne ein Pflichtangebot an die Aktionäre machen zu müssen. Man habe die Kontrolle ohne jegliche Zugeständnisse erlangt, triumphiert Unicredit-Chef Orcel. Nun könne man sogar einige anbieten.

24.07.2026, 09.09 Uhr

Unicredit-Chef Andrea Orcel: „Wir haben möglicherweise die Kontrolle ohne jegliche Zugeständnisse erlangt. Jetzt sind wir recht offen dafür“

Obwohl die Mailänder Großbank Unicredit noch nicht die Mehrheit an der Commerzbank hält, geht deren Chef Andrea Orcel fest von einer Übernahme aus. „Die Commerzbank entwickelt sich von einer attraktiven Finanzbeteiligung zu einer strategischen Transaktion mit substanziellem industriellem Wert durch die Umsetzung unserer bewährten Blaupause“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten ‌Präsentation Orcels. „Wir haben möglicherweise die Kontrolle ohne jegliche Zugeständnisse erlangt, wie man das normalerweise erwarten würde. Jetzt sind wir recht offen dafür“, signalisierte der Manager mit Investmentbanker-Vergangenheit auf Fragen von Journalisten.

Orcel will nun auf die Bundesregierung und die Betriebsräte zugehen – doch diese sehen zuerst den Vorstand am Zug. „Es ist jetzt Sache der beiden Banken, miteinander zu sprechen“, sagte ein Sprecher des SPD-geführten Finanzministeriums. Der Bund werde im Sinne des deutschen Mittelstands, des Finanzstandorts Frankfurt und der Beschäftigten handeln.