Die italienische Großbank UniCredit stellt sich auf eine baldige Kontrollübernahme bei der Commerzbank ein. Die Genehmigungen der Aufsicht für das vor wenigen Wochen abgelaufene Übernahmeangebot könnten bereits im vierten Quartal erfolgen, teilte die UniCredit anlässlich ihrer Halbjahreszahlen am Donnerstag in Mailand mit. Zudem schraubte Konzernchef Andrea Orcel (63) seine Gewinnziele nach oben.
An der Börse wurden die Neuigkeiten jedoch nicht goutiert. Die Aktien der UniCredit und der Commerzbank rutschten zuletzt jeweils um rund 5 Prozent ab. Beide Papiere hatten in den vergangenen drei Monaten deutlich zugelegt, die Aktie der UniCredit dabei noch kräftiger als der Coba.
Die EZB muss der weiteren Aufstockung der UniCredit-Anteile an der Commerzbank noch zustimmen. Die Italiener wollen dann nach eigenen Angaben versuchen, die Kontrolle über die Commerzbank durchzusetzen und ihre Strategiepläne „kurz danach“ zu verwirklichen. Um dies zu erreichen, wollen sie – falls nötig – eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Doch während Orcel auf der einen Seite verbal die Peitsche hervorholte, lockte er zugleich mit Zuckerbrot. „Wir haben möglicherweise die Kontrolle ohne jegliche Zugeständnisse erlangt, wie man das normalerweise erwarten würde. Jetzt sind wir recht offen dafür“, signalisierte der Manager auf Fragen von Journalisten. UniCredit setze nun auf eine „konstruktive Zusammenarbeit“ mit der deutschen Regierung und Vertretern der Commerzbank-Belegschaft.









