Alles geht wie routiniert Hand in Hand. Leute von der Sea-Watch 5 reichen packenweise Schwimmwesten herüber und übernehmen dann Personen, die von maskierten Männern in paramilitärischer Kluft nach und nach aus dem Inneren ihres Bootes gezogen werden. Am Schluss Daumen hoch, Boarding completed, winke, winke bis zum nächsten Mal – so sieht es auf den Bildern aus.Sea-Watch ist ein deutscher Verein, der sich ausdrücklich dem Ziel verschrieben hat, Migranten, die übers Mittelmeer kommen, auf seine Schiffe zu übernehmen und nach Europa zu bringen. Am Idealismus dieser Leute soll nicht gezweifelt werden. Sie holen Menschen, die sonst allzu oft ertrinken, aus seeuntüchtigen Booten. Das Sterben im Mittelmeer ist entsetzlich, man muss dem entgegenwirken.Die Politik demokratischer Staaten durchkreuzenDas Problem ist nur: Mit ihrem Tun wirken die vermeintlichen Retter nicht entgegen, sie wirken mit. Und setzen damit einen Anreiz für immer mehr Migranten. Er übt seine Anziehungskraft aus – wie man hier sieht, bis nach Bangladesch.Natürlich könnte man auch Hunderte Schiffe vor die Küste schicken und so die Tragödien zu verhindern suchen. Aber aus guten Gründen wollen die Staaten Europas das nicht. Sie versuchen (mühselig und, siehe Libyen, mit teils sehr problematischen Partnern), das gleiche Ziel zu erreichen, indem die Anreize verändert werden. Wenn Privatleute die Politik demokratisch gewählter Regierungen durchkreuzen wollen, dann spielt es eine Rolle, ob ihre Methoden fragwürdig oder gar gesetzeswidrig sind, Idealismus hin oder her.Ob die Schlepper nun wirklich in expliziter Absprache oder gar Koordination mit der Sea-Watch gearbeitet haben, was der Verein bestreitet, ist nun in Italien ein Fall fürs Gericht. Nach Seenot sieht das geschlossene Schlepperboot mit zwei kräftigen Außenbordmotoren jedenfalls nicht aus. Und die Argumentation, man habe den Migranten wegen der Bedrohlichkeit der Schlepper helfen müssen, klingt wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Faktisch war die Begegnung vor der libyschen Küste jedenfalls von beiden Seiten gewollt.
Seenotretter kooperieren offenbar mit Schleppern
Am Idealismus der selbst erklärten Seenotretter ist nicht zu zweifeln. Aber an ihren Methoden.









