Wer im Urlaub die brodelnde Metropole seiner Existenz hinter sich lässt, trifft in der Elternprovinz auf die stille Ödnis eines flachen Alltags.

D ie Kinder haben, wir schreiben das Jahr 2026, Walkie-Talkies bekommen, mit denen sie sich in Rufweite voneinander – also im Abstand von drei Metern – miteinander unterhalten. Die Walkie-Talkies sind die Art Plastikschrott, der die Welt nicht besser macht, aber immerhin ist die Batterieeinlage verschraubt, was bedeutet, dass das Schräubchen nach Einlage der Batterien natürlich herunterpurzelt und irgendwohin verschwindet und fortan unaufspürbar ist. Stattdessen finden sich: alte Erbsen, eine Tablette unbekannter Wirkung, mehrere Haarspangen.

Alltag ist schon lustig, besonders, wenn man ihn mal nicht im heimischen Gebäude verbringt. Nach ein paar Tagen Berlin inklusive Krankenhausaufenthalt von Kind und Kindesmutter sind wir inzwischen am Niederrhein angekommen. Ich habe mir im Haus meines Vaters, in dem ich selbst 12 ununterbrochene Jahre und mehrere Kurzaufenthalte, die sich bestimmt zu einem Jahr summieren, verbracht habe, mehrfach den Kopf an der neuen Jalousievorrichtung gestoßen, die just an der hinteren Eingangstür angebracht wurde.

Mein Vater hat das Haus sukzessive in einen Hochsicherheitstrakt mit reichlich Stolperfallen verwandelt. Die Wiesen vorne und hinten sind gemäht, sehen aber reichlich vergilbt aus. Doch geht ein Ferienaufenthalt im Sommer für uns immer mit einer temporären Wetterverschlechterung einher – vorher ist es heiß, nachher ist es heiß, dazwischen haben wir die Schwimmsachen umsonst mitgenommen.