Die Gegner jeder Form deutsch-russischer Fühlungnahme dürfen sich nach der Undercover-Aktion der Zeit und des ARD-Magazins „Kontraste“ im aserbaidschanischen Baku gebauchpinselt fühlen. Mit versteckter Kamera wurde dort dokumentiert, wie sich zwei Vertreter der deutschen Politik, der CDU-Mann Ronald Pofalla und der Sozialdemokrat Matthias Platzeck, mit einer russischen Delegation zum Gespräch und gemeinsamen Dinner trafen.
Die Russen waren keine Vertreter der liberalen Opposition. Mit am Tisch saßen der Gazprom-Aufsichtsratsvorsitzende Wiktor Subkow und Alexey Gromyko, Leiter des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften und Enkel des legendären sowjetischen Außenministers Andrej Gromyko.
Geführt wurden die Gespräche unter dem Dach des Petersburger Dialogs, eines 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eingerichteten bilateralen Formats. Die deutsche Seite, also die offizielle Bundesrepublik, hat sich nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine daraus verabschiedet. Der Dialog besteht fort, unter demselben Namen und mit deutschen Teilnehmern, allerdings solchen ohne staatliches Mandat.
Er ist auch nicht geheim. Der Autor dieser Zeilen war wiederholt anwesend und hat in der Berliner Zeitung berichtet.







