Die USA beschließen einen Nukleardeal, der eine Urananreicherung in Saudi-Arabien ermöglicht. Eine fatale Entscheidung für den Nahen Osten.
Ein sicherer Naher Osten durch mehr Atomwaffe? Kronprinz Mohammed bin Salman und Präsident Donald Trump freuen sich
Daniel Torok/Avalon/imago
D er Nukleardeal zwischen den USA und Saudi-Arabien macht die Lage im Nahen Osten und am Golf nicht einfacher. Glaubt man US-Medienberichten – der Originaltext des Abkommens ist bisher nicht veröffentlicht –, bekommt Saudi-Arabien die Möglichkeit, auf eigenem Boden Uran anzureichern. Das wäre das erste Mal, dass die USA Derartiges nicht nur zulassen, sondern sogar vertraglich mit einem anderen Land festlegen. Wenngleich, und das betont die US-Regierung, das Ganze nur unter strikter US-Aufsicht stattfinden kann. Dennoch bekäme zumindest theoretisch Saudi-Arabien damit Zugang zu waffenfähigem Uran.
Wenn wir uns die Region ansehen, dann wird schnell deutlich, wie dort in der Atomfrage mit zweierlei Maß gemessen wird: Über die langjährige Nuklearmacht Israel wird nicht gesprochen. Im Falle Irans soll auf jeden Fall verhindert werden, dass das Land Uran anreichern kann. Und nun wird ein Vertrag unterzeichnet, mit dem Saudi-Arabien genau das tut. Eines ist dabei schon jetzt sicher: Die US-Verhandlungsposition gegenüber Iran ist dadurch geschwächt. Wie sollen die USA erklären, dass Saudi-Arabien mithilfe der USA den Kernbrennstoff anreichern kann, es dem Nachbarstaat aber verboten wird? Wieso sollte Iran auf die US-Vorschläge eingehen, sein angereichertes Uran auszuliefern und einem 5- bis 10-jährigen Moratorium der Anreicherung zuzustimmen? Während sein saudischer Nachbar, vertraglich mit den USA festgelegt, genau das macht?











