Das Interventionsfestival „Poetics of Resistance“ in der Papierstraße im Wedding zeigt, wie Widerstand aussehen kann, wenn er im Alltag gelebt wird.
Tagelang haben Kayla Elrod und Mark Ballyk Unkraut gejätet, um den exklusiven Tennissport zugänglich zu machen
Kayla Elrod
„Überschreite die Grenze“, steht in weißer Farbe auf dem Bürgersteig, dahinter eine durchgezogene, ebenfalls weiße Linie. Wer sich traut, betritt eine Kopfsteinpflasterstraße mitten im Industriegebiet, die in einer Sackgasse mündet. Zwischen Wohnhäusern, Fabrik und Kleingartenkolonie versteckt sich hier eine umgebaute alte Tischlerei: der selbstorganisierte Projektraum Make-up. Auf dem Dach weht ein metergroßes Banner im Wind: „Be present“.
Dahinter steckt die Künstlerin Sara Manfredi mit ihrer Arbeit „Politics of Presence“. Ihre Mikroinstallationen ziehen sich entlang der Papierstraße, der nördlichsten und kürzesten Straße im Wedding kurz vor Schönholz. Präsenz sei eine politische Praxis, so die Künstlerin; eine Entscheidung, hier zu sein, zu bleiben und Grenzen zu überschreiten.






