Die Huthi beschiessen zwei saudische Tanker – der Krieg am Golf weitet sich ausDas islamistische Regime in Jemen macht seine Drohung wahr und schliesst das zweite maritime Nadelöhr im Roten Meer. Die USA nehmen unterdessen Irans Handelsrouten ins Visier – eine Entspannung ist nicht in Sicht.23.07.2026, 11.38 Uhr4 LeseminutenSchiessen die USA bald auch gegen die Huthi? Ein Soldat des islamistischen Regimes in Jemen tritt in der Hauptstadt Sanaa auf eine amerikanische Flagge.Yahay Arhab / EPADie Huthi haben laut eigenen Angaben zwei saudische Tanker im Roten Meer beschossen. Das teilten die jemenitischen Islamisten am Donnerstag mit. Dies ist der erste Angriff der von Iran unterstützten Huthi, seitdem das Regime zu Beginn der Woche eine Seeblockade gegen Saudiarabien angekündigt hatte.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. 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Die Prätorianergarde des iranischen Regimes teilte mit, der Wasserweg stehe unter ihrer Kontrolle und sei «vollständig gesperrt», solange die USA weiterhin in der Region aktiv seien.Der Ölpreis schoss am Donnerstag in die Höhe und erreichte zwischenzeitlich die Marke von 95 Dollar pro Barrel der Sorte Brent. Experten gehen davon aus, dass der Preis wieder auf bis zu 120 Dollar steigen könnte, wenn nun auch das Rote Meer in Richtung Süden unpassierbar ist. Gleichzeitig haben die USA ihre Angriffe in Iran fortgesetzt – und ihre Ziele offenbar ausgeweitet. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Lage am Golf in absehbarer Zeit nicht entspannt.USA verlegen mehr Truppen nach NahostSo bombardierten die USA laut dem iranischen Staatsfernsehen in der Nacht auf Donnerstag den Shalamcheh-Grenzübergang zwischen Iran und dem Irak. Zwei Menschen sollen dabei getötet und elf weitere verletzt worden sein. Der Angriff dürfte ein Signal an Iran sein, dass die USA bereit sind, neben der Blockade iranischer Häfen die Landgrenzen ins Visier zu nehmen. So würde der ökonomische Druck auf das wirtschaftlich marode Land weiter zunehmen.Teheran versucht bereits Alternativen zum Seehandel zu finden und stellt sich offenbar auf eine längere Konfrontation mit den USA ein. Am Donnerstag sagte Mehdi Toghiani, der stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im iranischen Parlament, dass der maritime Handel wegen der «Seeblockade des Feindes» eingeschränkt sei. Eine parlamentarische Delegation hat gemäss iranischen Berichten den Grenzübergang Sarakh zu Turkmenistan besucht und geprüft, wie das Handelsvolumen dort ausgeweitet werden könne.Die USA bereiten sich derzeit ebenfalls auf längere Kämpfe vor. Laut dem «Wall Street Journal» wurden in den vergangenen Wochen mehr Truppen in den Nahen Osten verlegt, darunter Sanitäter und Spezialkräfte. Flugdaten zeigen zudem, dass am Donnerstag mehrere amerikanische Transportflugzeuge auf dem Weg in die Region waren. Die Verstärkung wird Donald Trump mehr Optionen bieten, um den Krieg gegebenenfalls auszuweiten.So könnte der amerikanische Präsident auch zusätzliche Angriffe gegen die Huthi befehlen. Die USA würden sich «darum kümmern», falls die jemenitischen Islamisten wieder Schiffe attackierten, sagte Trump am Dienstag. Die USA hatten bereits zwischen März und Mai 2025 eine zweimonatige Bombenkampagne gegen die Huthi durchgeführt, als diese die Schifffahrt im Roten Meer bedroht hatten.Wie wird Saudiarabien reagieren?Ebenso ist davon auszugehen, dass Saudiarabien die Huthi-Angriffe vergelten wird. Die von Riad angeführte Militärkoalition gegen die jemenitische Miliz hatte zu Beginn der Woche angekündigt, sie werde entschlossen auf Attacken der Huthi gegen die Schifffahrt im Roten Meer reagieren. Schon in der vergangenen Woche hatte mutmasslich Saudiarabien den Flughafen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bombardiert.Am Donnerstag verurteilte der Golf-Kooperationsrat die «feindlichen Aussagen» der Huthi aufs Stärkste. Der von Saudiarabien dominierte Klub der Ölmonarchien rief ausserdem den Uno-Sicherheitsrat dazu auf, Iran von weiteren Angriffen auf die Golfstaaten abzuhalten.Zumindest kurzfristig hat die neue Bedrohung durch die Huthi die sonst rivalisierenden Golfstaaten enger zusammengeschweisst. Vor wenigen Tagen haben die beiden Medienminister Saudiarabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate nahezu wortgleiche Botschaften veröffentlicht, in denen sie die «brüderliche Bande» der beiden Staaten sowie ihr «gemeinsames Schicksal» beschworen. Angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen den beiden Petrostaaten in den vergangenen Monaten ist diese Annäherung bemerkenswert.Bisher hat Saudiarabien noch nicht militärisch auf die Huthi-Angriffe reagiert. Doch gehen Experten davon aus, dass Riad die Angriffe mindestens mit gezielten Schlägen in Jemen vergelten wird. Für diesen Fall haben die Huthi bereits mit Angriffen tief im saudischen Territorium gedroht.Passend zum Artikel
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