Rheinmetall stellt die geplante Übernahme der Kieler Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) wieder in Frage. „Wir haben nur ‌ein unverbindliches Angebot abgegeben“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger (63) der Nachrichtenagentur Reuters bei der Grundsteinlegung für ein neues Pulverwerk in Aschau am Inn. Nun analysiere der Düsseldorfer Rüstungskonzern die Lage, die sich mit dem Aus für die Fregatte F-126 geändert habe.

„Mit der F-126 hätten wir eine weitere Werft gebraucht.“ Dieses Programm hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (66) aber im Juni gestoppt. ​Derzeit könne er keine endgültige Entscheidung über die Werft treffen, sagte Papperger. Diese solle aber „in den nächsten vier bis ⁠fünf Wochen“ fallen.TKMS ist bereits ausgestiegenDie ⁠Thyssenkrupp-Marinetochter TKMS hatte am Dienstag erklärt, sie sei aus dem Bieterprozess um die Kieler Werft ausgestiegen. Nach sorgfältiger Prüfung sehe TKMS „aktuell keine Notwendigkeit für einen Erwerb“, hatte TKMS-Chef Oliver Burkhard gesagt. „Da wir ‌kein Einvernehmen über die wirtschaftlichen Konditionen erzielen konnten, wurde der Bieterprozess daher nun ​beendet.“

GNYK gehört zum französischen ‌Familienkonzern CMN Naval und liegt auf dem Kieler Gelände von TKMS. Die Werft war früher als Howaldtswerke-Deutsche Werft bekannt. Sie ist unter anderem auf den Bau großer Marineschiffe wie Fregatten oder Korvetten spezialisiert. Aber auch Jachten hat sie im Angebot.Rheinmetall hat bereits NVL übernommenNeben TKMS hatte auch Rheinmetall die ‌Werft ins Visier genommen. Die Düsseldorfer Rüstungsschmiede will im zu Jahresbeginn gegründeten Marinegeschäft, mit dem der Dax-Konzern sein Angebot abgerundet hat, rasch wachsen. Zuletzt hatte Rheinmetall die Marine-Sparte der Lürssen-Werft (NVL) für einen vorläufigen Kaufpreis ‌von rund 1,5 Milliarden Euro übernommen und ​damit die milliardenschwere neue Sparte geschmiedet. Für diese bedeutet ‌das Ende des Fregatten-Projekts F-126 einen deutlichen Rückschlag.