PfadnavigationHomeRegionalesHamburgMarinerüstungTKMS will German Naval Yards in Kiel nicht mehr übernehmenStand: 08:35 UhrLesedauer: 3 MinutenBlick auf das Trockendock von German Naval Yards in KielQuelle: Bertold FabriciusTrotz aktueller Rekordaufträge zieht der Hersteller von U-Booten und Überwasser-Marineschiffen sein Gebot für die benachbarte Werft zurück. Auch der Rüstungskonzern Rheinmetall hatte ein – unverbindliches – Gebot für German Naval Yards unterbreitet.Die Thyssenkrupp-Marinetochter TKMS ist aus dem Bieterprozess für die Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) ausgestiegen. Es habe keine Einigung über die ⁠wirtschaftlichen Konditionen einer Übernahme gegeben, erklärte TKMS-Chef Oliver Burkhard am Dienstag. Ins Visier genommen hat die Werft auch der Düsseldorfer Konkurrent Rheinmetall, der erklärtermaßen im Marine-Geschäft wachsen will.„Der Erwerb der German Naval Yards Kiel wäre eine schöne Option gewesen, aber kein Muss“, fügte Burkhard hinzu. Nach sorgfältiger Prüfung sehe TKMS aber „aktuell keine Notwendigkeit für einen Erwerb“, unterstrich er. „Da wir kein Einvernehmen über die wirtschaftlichen Konditionen erzielen konnten, wurde der ⁠Bieterprozess daher ​nun beendet“, begründete Burkhard die Entscheidung. ‌Das Unternehmen wolle nun „andere Optionen in Kiel verfolgen, um unsere logistische Flexibilität zu steigern und Lösungen entwickeln, die größtmöglichen Wert für TKMS und unsere Anteilseigner schaffen“. Lesen Sie auch„Wir sind nicht bereit, jeden Preis der Welt zu bezahlen“, hatte der TKMS-Chef im Mai mit Blick auf die Tochter des französischen Familienkonzerns CMN Naval gesagt. Diese war früher als Howaldtswerke-Deutsche Werft bekannt – und liegt auf dem TKMS-Gelände in Kiel.Neben TKMS hatte auch Konkurrent Rheinmetall Interesse an German Naval Yards angemeldet. Rheinmetall will im ‌zu Jahresbeginn gegründeten Marine-Geschäft, mit dem der Konzern sein Angebot abgerundet hat, ⁠rasch wachsen. Zuletzt hatten die Düsseldorfer die​ Marine-Sparte der Lürssen-Werft (NVL) für einen vorläufigen Kaufpreis von rund 1,5 Milliarden Euro übernommen und damit die milliardenschwere Marine-Sparte geschmiedet. „Wir haben ein ⁠unverbindliches Angebot vorgelegt, um die German Naval Yards zu kaufen“, hatte Rheinmetall-Chef Armin Papperger erst im Mai gesagt. Rheinmetall schielte dabei auch auf das Fregatten-Programm F126. Dieses hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius dann aber ‌im Juni gestoppt - auch weil ⁠die Kosten aus ‌dem Ruder gelaufen waren. Lesen Sie auchDie ​Bundesregierung ⁠plant nun stattdessen den Kauf ​von acht Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU von TKMS. Ein Rheinmetall-Sprecher wollte sich am Nachmittag nicht ‌zu ​den jüngsten Entwicklungen rund um die Kieler Werft äußern. German Naval Yards ist unter ‌anderem ‌auf den Bau großer Marineschiffe wie Fregatten oder Korvetten spezialisiert. Aber auch Jachten hat sie im Angebot.TKMS will die – zunächst vier, insgesamt bis zu acht – Fregatten MEKO A-200 DE gemeinsam mit der in Bremerhaven ansässigen Rönner-Gruppe fertigen. Rönner soll den Stahlbau für die Schiffe übernehmen, wie zuletzt schon für MEKO-Fregatten, die TKMS nach Ägypten geliefert hat. Beim Bau von U-Booten arbeitet TKMS derzeit an der Finalisierung eines Rekordauftrags, er umfasst zwölf Boote und umfangreiche Serviceleistungen für die kanadische Marine. Gebaut werden sollen die Boote komplett in Deutschland. Neben dem dabei eingebundenen Stammsitz in Kiel ertüchtigt TKMS derzeit die 2022 übernommene Werft in Wismar, um den hohen Auftragsbestand am U-Booten – auch für die Seestreitkräfte von Deutschland und Norwegen – termingerecht bedienen zu können.rtr/op