Außenminister Johann Wadephul (CDU) lobte Frei: »Genau der richtige Mann, den die CDU/CSU-Fraktion jetzt braucht. Er kennt die Fraktion aus dem Effeff.« Wadephul habe lange mit dem damaligen Parlamentarischen Geschäftsführer im Fraktionsvorstand zusammengearbeitet. Frei kenne die Funktionsweise einer Koalition, zudem bringe er jetzt die Regierungserfahrung für die großen Vorhaben mit, die man anpacken wolle.Der Interimsfraktionschef der Union, Alexander Hoffmann (CSU), begrüßte den Vorschlag »ausdrücklich«, wie er sagte. Frei kenne die Fraktion und »er kennt die Themen, die auf dem Tisch liegen«, hob Hoffmann am Mittwochnachmittag nach Beratungen des Fraktionsvorstands in Berlin hervor.Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung. Er habe Frei zu Zeiten der letzten Großen Koalition als ⁠sehr ⁠versierten Kollegen kennengelernt, »mit dem man gut verhandeln kann, der sehr detailliert auch immer in den ‌Themen drin ist«. Er freue ​sich auf die ‌künftige Zusammenarbeit, sobald die Gremien der Union in der kommenden Woche ihre Zustimmung gegeben hätten.

In der außerparlamentarischen Opposition zeigt man sich verwundert. FDP-Chef Wolfgang Kubicki kommentierte die Personalie fast schon ironisch. »Der koalitionsinterne Unmut über das Kanzleramt unter Thorsten Frei war in Berlin schon lange unüberhörbar«, sagte Kubicki der »Rheinischen Post«. »Ihm nun einen noch wichtigeren Posten in der Koalition zu geben, ist eine bemerkenswerte Entscheidung. Das wird kein Befreiungsschlag für Merz.«Schon nach der Bundestagswahl 2025 war Frei für den Fraktionsvorsitz im Gespräch, Kanzler Merz holte ihn aber ins Kanzleramt. Dort fasste der Politiker aus dem Schwarzwald nur schwer Fuß. Parteikollegen warfen ihm vor, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren.