Wachsende Unzuverlässigkeit: Der „Fable 5 Ban“ der Trump-Regierung wurde als Willkür empfunden
Die Welt war wochenlang im Fußballfieber. Selbst Alex Stamos gab sich ihm hin. „Unglaublicher Freistoß“, schrieb der KI-Sicherheitsexperte seinen 90.000 X-Followern nach einem US-Tor. „Ein gewaltiges Eigentor“ attestierte der frühere Meta-Sicherheitschef seinem Land kurz zuvor. Da bezog Stamos sich allerdings auf den „Fable 5 Ban“, den die US-Regierung mehrere Wochen lang über das mächtigste Large Language Model (LLM) des US-Start-ups Anthropic verhängt hatte – „willkürlich, unbegründet“, wie Stamos befand.
Inzwischen ist die Fable-Sperre wieder aufgehoben, doch folgenlos bleibt sie nicht. Die plötzliche, in der Tat willkürlich wirkende Abschaltung einer Technologie, auf der global bereits Prozesse und Services aufgebaut worden waren, war ein weiterer Beleg für die wachsende Unzuverlässigkeit der USA. Vor allem aber lenkte sie die Aufmerksamkeit auf Alternativen jenseits der führenden US-Anbieter und jenseits des Machtanspruchs, der mit deren Modellen verbunden ist.
Auf Aggregatoren wie Hugging Face und LLM-Weichen wie OpenRouter lässt sich eine vielfältige, fragmentierte KI-Modellwelt erkunden, die in der Zeit der Sperre eine enorme Aufwertung erfahren hat. Dies wiederum schlägt Löcher in die bisherige Dominanzerzählung der großen US-Anbieter, kurz vor den geplanten Börsengängen von Anthropic und OpenAI. Wie überall, wo die USA erratisch agieren, zieht auch in die KI-Debatte ein neuer Realismus ein: Es gibt Alternativen zu den amerikanischen Frontier-Modellen, die offen verfügbar, günstiger und leistungsstark sind.






