Die Bundesanwaltschaft hat in Düsseldorf Anklage gegen vier mutmaßliche Köpfe der „Reichsbürger“-Gruppe „Königreich Deutschland“ erhoben. Die oberste deutsche Anklagebehörde wirft ihnen vor, sich als Rädelsführer in einer kriminellen Vereinigung mitgliedschaftlich betätigt zu haben.Die Angeschuldigten seien verdächtig, „sich als Rädelsführer in einer kriminellen Vereinigung mitgliedschaftlich betätigt zu haben“, teilt die Bundesanwaltschaft in einer Presseerklärung mit. Den vier Angeklagten werden unter anderem mehrere Fälle der bandenmäßigen Urkundenfälschung sowie zahlreiche Fälle der Steuerhinterziehung vorgeworfen. Dem Gründer Peter Fitzek werden zudem der Betrieb eines unerlaubten Versicherungsgeschäfts und zahlreiche Fälle von Steuerhinterziehung zur Last gelegt. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf muss nun entscheiden, ob er die Anklage zulässt und wann es zum Prozess kommt. Vereinigung wurde 2012 gegründet Die Angeklagten gehörten laut Bundesanwaltschaft einer im September 2012 gegründeten Vereinigung, die sich selbst „Königreich Deutschland“ nannte, an. Dieses selbsternannte Königreich habe sich als souveräner Staat definiert. Ziel sei es gewesen, das behauptete „Staatsgebiet“ auf die Grenzen des Deutschen Reiches des Jahres 1871 zu erstrecken. Das System Bundesrepublik Deutschland sollte durch ein eigenes ersetzt werden.Die Vereinigung habe demnach für den „Systemausstieg aus der Bundesrepublik Deutschland und den Anschluss an das KRD (,Königreich Deutschland‘)“ geworben, so die Bundesanwaltschaft weiter. Zu diesem Zweck seien pseudostaatliche Strukturen errichtet worden.26.000Personen gehörten 2024 der „Reichsbürger“-Szene in Deutschland anDas „Königreich“ finanzierte sich nach früheren Angaben der Behörden vor allem über verbotene Bank- und Einlagengeschäfte sowie über Spenden und Einnahmen von Seminaren. Mitglieder sollten von der Steuer- und Sozialabgabepflicht befreit sein. Das KRD soll auch für den Umtausch von Euro in seine eigene Währung geworben haben. Eine sogenannte „E-Mark“ (für digitale Zahlungen) oder „Neue Deutsche Mark“ (für Barzahlungen) entsprach demnach 1,10 Euro. Eine große Bedeutung spielte auch der Erwerb von Immobilien und Grundstücken, durch die das „Staatsgebiet“ des „Königreichs“ ausgeweitet werden sollte. Die Liegenschaften seien zu Wohn- und Siedlungszwecken sowie für geschäftliche Aktivitäten wie „Systemausstiegsseminare“ genutzt worden. Im Jahr 2022 soll das KRD mehrere Immobilien in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen erworben haben. Bundesweite Razzien gegen die Szene 2025 Am 13. Mai 2025 hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die zu der Zeit größte Gruppierung sogenannter Reichsbürger und Selbstverwalter verboten. Nach eigenen Angaben hatte das KRD damals 6000 Anhänger, die Sicherheitsbehörden gingen allerdings eher von 1000 Anhängern aus. Am selben Tag ließ die Bundesanwaltschaft bundesweit Gebäude durchsuchen und vier mutmaßliche Rädelsführer in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Brandenburg festnehmen. Sie sind seitdem in Untersuchungshaft.Die Angeschuldigten wurden am 13. Mai 2025 festgenommen und befinden sich laut Mitteilung der Bundesanwaltschaft weiterhin in Untersuchungshaft.Sogenannte Reichsbürger und Selbstverwalter erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Sie lehnen demokratische und rechtsstaatliche Strukturen wie Parlament, Gesetze oder Gerichte ab. Der Verfassungsschutz geht von rund 30 solcher länderübergreifend aktiven Gruppen aus. Der Szene gehörten im Jahr 2024 demnach etwa 26.000 Personen an. (Tsp/dpa)
Sie wollten das „Königreich Deutschland“ errichten: Anklage gegen mutmaßliche Anführer von „Reichsbürger“-Gruppe
Den Mitgliedern der „Reichsbürger“-Gruppe wird unter anderem bandenmäßige Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die vier Angeklagten befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft.










