Ermittler durchsuchen einem Medienbericht zufolge ​die Zentrale der Deutschen Bank in ‌Frankfurt wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Hintergrund seien Ermittlungen zu sogenannten Cum-Cum-Geschäften, berichteten „Business Insider“ und „Welt“ ​am Mittwoch. Beamte der Staatsanwaltschaft und der ⁠Steuerfahndung seien ⁠vor Ort im Einsatz. Eine Stellungnahme der Deutschen Bank lag ‌zunächst nicht vor. ​Erst ‌in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Razzia in einer Filiale ‌der Deutschen Bank an der Frankfurter Taunusanlage bestätigt, sich zu ‌den ​genauen ‌Hintergründen aber nicht ‌geäußert.Cum-Cum-Geschäfte gelten als großer Bruder der Cum-ex-Aktiengeschäfte, mit denen Banken und andere Investoren den deutschen Staat geschätzt um einen zweistelligen Milliardenbetrag prellten. Cum-Cum-Geschäfte waren bei Banken und Sparkassen noch weiter verbreitet, sind aber juristisch bislang weniger umfangreich aufgearbeitet.

Bei Cum-Cum-Geschäften generierten Banken illegale Steuervorteile für ausländische Inhaber deutscher Aktien. Mithilfe der Deals wollten vermögende ausländische Aktionäre eine Regel im deutschen Steuerrecht umgehen. Sie sieht vor, dass sich deutsche Anleger Steuern auf die Dividenden von deutschen Aktien erstatten lassen können, ausländische Anleger aber nicht. Dem Fiskus entstand geschätzt ein Schaden von 28 Milliarden Euro.