Trauerbeflaggung, ein Gedenken mit dem Bundespräsidenten und eine Schweigeminute zum Zeitpunkt der Tat: München erinnert an den zehnten Jahrestag des rassistisch motivierten Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) mit neun Todesopfern.Am Denkmal am damaligen Tatort wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprechen. Außerdem sind Reden von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sowie Hinterbliebenen der Opfer angekündigt.Die Gedenkveranstaltung beginnt um 16 Uhr (Einlass 15 Uhr) am Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße vor dem OEZ. Zum Tatzeitpunkt um 17.51 Uhr wird der Opfer mit einer Schweigeminute gedacht. Dann werden auch U-Bahnen, Trams und Busse für eine Minute stillstehen. Ministerpräsident Markus Söder hat für alle staatlichen Dienstgebäude in Bayern für den Jahrestag Trauerbeflaggung angeordnet.Zehnter Jahrestag des OEZ-Anschlags:„Unsere Liebe zu unseren Kindern hat kein Verfallsdatum!“Auf einer Demo zum zehnten Jahrestag des rassistischen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum kritisieren wütende Angehörige Politik und Polizei. Sie fordern jetzt einen Untersuchungsausschuss im Landtag.Am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger am Olympia-Einkaufszentrum acht Jugendliche und eine erwachsene Frau erschossen, ehe er sich selbst tötete. Weitere Menschen wurden verletzt. Die Ermittlungsbehörden sprachen schnell vom Amoklauf eines Einzeltäters. Dabei deutete schon das Datum auf seine rechte Überzeugung hin: Fünf Jahre zuvor, am 22. Juli 2011, hatte der Rassist Anders Behring Breivik in Norwegen 77 überwiegend junge Menschen getötet. Erst im Oktober 2019 stuften die Ermittler die Tat am OEZ als rechtsextremistisch motiviert ein.Dieses Motiv sei lange ignoriert oder bagatellisiert worden, kritisiert die Initiative München erinnern, die Angehörige der Opfer und Überlebende mit weiteren Unterstützern gegründet haben.Zum Jahrestag fordern Hinterbliebene einen Untersuchungsausschuss. Sie wollen wissen, ob die Tat hätte verhindert werden können, wenn Hinweise aus dem Umfeld des 18-Jährigen ernst genommen worden wären – und ob erneut ermittelt werden müsste, um mögliche Hintermänner zu finden und rechte Netzwerke aufzudecken.Zehnter Jahrestag des Attentats:Angehörige fordern Untersuchungsausschuss zum OEZ-AnschlagDas Attentat am Olympia-Einkaufszentrum hat nach Ansicht der Hinterbliebenen viele offene Fragen hinterlassen. Bereitschaft, das staatliche Handeln näher zu beleuchten, zeigt im bayerischen Landtag aber bisher keine Fraktion.Größter Wunsch der Angehörigen sei es dabei, dass sich eine solche Tat nicht wiederhole, hieß es von der Initiative München erinnern. Niemand solle erleben, was sie erlebt hätten.Stillstand im NahverkehrDie Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beteiligt sich am Gedenken und unterbricht dafür den Betrieb. Um 17.51 Uhr stehen alle öffentlichen Verkehrsmittel der MVG – U-Bahnen, Trambahnen und Busse – für eine Minute still. Um den Aufenthalt auf freier Strecke beziehungsweise im Tunnel zu vermeiden, bleiben die Fahrzeuge in Einzelfällen bereits kurze Zeit vorher an der nächstgelegenen Haltestelle oder einer anderen passenden Stelle stehen. Die Fahrgäste werden sowohl in den Fahrzeugen als auch an den Haltestellen über digitale Anzeigen und Durchsagen darauf hingewiesen.Rund um das OEZ werden die Expressbuslinien X35 und X36 umgeleitet sowie die Linien 50, 60, 163 und 175. Die Haltestellen Olympia-Einkaufszentrum West und Olympia-Einkaufszentrum entfallen. Beim Bus 51 entfällt von circa 7 bis 17 Uhr die Endhaltestelle Moosach Bahnhof.
OEZ-Anschlag in München: Was zum Gedenken an die Opfer am 10. Jahrestag geplant ist
Die Stadt erinnert an die 9 Todesopfer des rassistischen Attentats am Olympia-Einkaufszentrum vor zehn Jahren. Sprechen wird auch der Bundespräsident. Am Nachmittag wird der Nahverkehr für eine Minute unterbrochen.














