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Warnsignal: US-Zölle bremsen deutsche Investitionen Die Zölle der US-Regierung belasten die deutsche Industrie. Auch die Investitionen in Deutschland leiden – jetzt nimmt Trump die Pharmabranche ins Visier.
Donald Trump droht mit neuen Zöllen auf Arzneimittel. Foto: Tom Weller/dpaDie US-Zollpolitik belastet die deutsche Industrie und schlägt zunehmend auf deren Investitionen durch. Mehr als 60 Prozent aller Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen durch die US-Zölle, wie das Münchner ifo Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage mitteilte. In der Automobilindustrie ist der Anteil mit 74 Prozent besonders hoch – ein Anstieg um 14 Prozentpunkte verglichen mit dem Vorjahr. „Die Zollbelastung hat sich verfestigt, statt sich abzuschwächen“, sagte Ifo-Außenhandelsexperte Andreas Baur. „Die Autoindustrie ist doppelt betroffen: durch hohe Zölle und rückläufige Exporte in die USA.“Die Handelspolitik unter Präsident Donald Trump hemmt auch immer stärker die Investitionen in Deutschland. Der Anteil der Unternehmen, die geplante Investitionsprojekte gestrichen haben, hat sich von neun auf 16 Prozent erhöht. Etwa jedes dritte Unternehmen berichtet, dass es Projekte zeitlich verschiebt. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozentpunkte. „Die US-Zollpolitik trifft nicht nur das Geschäft in den USA selbst, sondern bremst zunehmend auch Investitionen am Standort Deutschland“, sagte Ifo-Forscher Sebastian Link. „Das ist ein Alarmsignal, gerade weil Investitionsentscheidungen normalerweise sehr träge sind.“Zumindest gelingt es den Ifo-Experten zufolge vielen Unternehmen, die zusätzlichen Zollkosten über höhere Preise an ihre US-Kunden weiterzugeben: 34 Prozent überwälzen sie vollständig, weitere 28 Prozent zu mehr als der Hälfte. Jedes vierte Unternehmen trage die Kosten jedoch zu einem großen Teil selbst – mit Folgen für Margen und Geschäftslage.Pharma-Lobby „Gnadenlos, diskret und mit mächtig Einfluss auf die Regierung“ Die Medikamenten-Hersteller kämpfen gegen Belastungen durch die geplante Gesundheitsreform. Dabei ziehen sie alle Register. von Jürgen Salz und Cordula TuttMit einer schnellen Entspannung der Situation rechnen die wenigsten Befragten: 63 Prozent der Unternehmen kalkulieren mit einem unverändert hohen US-Zollniveau. 13 Prozent rechnen sogar mit weiteren Zollsteigerungen. Dass sie damit nicht Unrecht haben, zeigt eine neuerliche Ankündigung Trumps am Mittwochmorgen: Der US-Präsident will mit der Androhung von neuen Zöllen auf Generika Arzneimittelfirmen dazu drängen, Medikamente in den USA zu produzieren.Trump droht mit Zöllen auf Arznei-GenerikaAb Sommer 2028 sollen zunächst für ein Jahr Sonderabgaben in Höhe von 100 Prozent auf sogenannte Generika fällig werden, danach soll der Wert auf 200 Prozent steigen, wie Trump auf der Plattform Truth Social ankündigte. Generika sind Medikamente, die Marken-Präparaten gleichen, aber meist deutlich günstiger sind.Zweijährige Übergangsphase, um Produktion zu verlagernTrump betonte in seinem Post auch, dass bis Sommer 2028 weiterhin keine Zölle für Generika erhoben würden. Diese Zeitspanne sollen Firmen nach seinem Willen dazu nutzen, um ihre Produktion von Generika in die USA zurückzuverlagern. Wer sich dagegen entscheide, Produktionsstätten in den USA zu errichten, werde bestraft, drohte Trump, ohne Einzelheiten zu nennen.Auf welche gesetzliche Grundlage er sich bei den angedrohten Zöllen berufen will, ließ der Republikaner in seinem Post ebenfalls offen.Mit der neuen Drohung verschärft der US-Präsident den Druck auf Arzneimittelhersteller außerhalb der USA. Bereits im Frühjahr hatte Trump einen 100-Prozent-Zoll auf patentgeschützte Marken-Arzneimittel mit einem gestaffelten Start ab Ende Juli angekündigt. Dabei gibt es Ausnahmen, etwa bei speziellen Handelsabkommen oder wenn Firmen auch in den USA produzieren.Trump will die vergleichsweise hohen Arzneimittelpreise in den USA drücken. Er wirft Herstellern vor, mit günstigerer Produktion im Ausland den Wettbewerb zulasten von US-Firmen zu verzerren. In den USA wird besonders kostenintensiv im Pharma-Bereich geforscht. dpa, rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick








