Der Pharmakonzern Novartis verjüngt sein Geschäft geschicktTrotz hohen Einbussen beim nicht mehr patentgeschützten Herzmittel Entresto ist Novartis schon wieder auf Wachstumskurs. An der Börse dürfte es für den Konzern im zweiten Semester unruhiger werden.21.07.2026, 17.11 Uhr3 LeseminutenBei Novartis steht im zweiten Halbjahr die Publikation einer Reihe von wichtigen Studienergebnissen an.BloombergDer Pharmakonzern Novartis steckt die Belastung wegen der verschärften Konkurrenz durch Nachahmerprodukte erstaunlich gut weg. Im vergangenen Jahr war das Herzmedikament Entresto mit Einnahmen von 7,7 Milliarden Dollar noch sein umsatzstärkstes Produkt gewesen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ging fast die Hälfte des Erlöses verloren, weil Generika das Präparat bedrängten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Zudem waren unter den zwanzig umsatzstärksten Medikamenten vier weitere nicht mehr patentgeschützte Produkte mit Einbussen konfrontiert, die sich im deutlich zweistelligen Prozentbereich bewegten. Novartis schaffte es dennoch, im zweiten Quartal den Umsatzschwund konzernweit zu stoppen. Die Verkäufe zogen in diesem Zeitraum gegenüber der Vorjahresperiode in Lokalwährungen um 1 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar an.Erfolg mit neuen KrebsmedikamentenZu verdanken hatte dies der Konzern einer Reihe wachstumsstarker neuerer Produkte. Die acht Präparate, zu denen unter anderem die beiden Krebsmittel Kisqali und Pluvicto zählen, verzeichneten 36 Prozent höhere Einnahmen von fast 7 Milliarden Dollar im zweiten Jahresviertel.Die meisten Analysten hatten damit gerechnet, dass Novartis von April bis Juni noch stärker unter der Konkurrenz durch Generika leiden würde. Der Umsatz übertraf die Markterwartungen nun aber um über 3 Prozent.Trotz dieser überraschend robusten Geschäftsentwicklung verzichtet der Konzern darauf, die bisherige Wachstumsprognose für das Gesamtjahr nach oben anzupassen. Das Management rechnet weiterhin damit, dass die Verkäufe in Lokalwährungen um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen werden.Im vergangenen Jahr, als die Konkurrenz durch Generika noch deutlich weniger spürbar war, betrug das Wachstum bei Novartis 8 Prozent. 2024 waren es sogar 12 Prozent gewesen.Anleger haben angesichts dieser deutlichen Bremsspuren gleichwohl nicht Distanz zu Novartis genommen. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um weitere 17 Prozent auf fast 127 Franken gestiegen. Gegenüber dem Stand vor fünf Jahren können sich die Aktionäre des Medikamentenherstellers sogar einer Wertsteigerung von 58 Prozent erfreuen.Deutlich schlechter schnitten Anleger mit den Partizipationsscheinen von Roche ab. Diese haben seit Jahresbeginn um 2 Prozent gewonnen. Im Fünfjahresvergleich fielen sie sogar um 4 Prozent.Teuerster europäischer PharmawertNovartis hat bis anhin erstaunliches Geschick bei der Kompensation von Mindereinnahmen bewiesen, die durch den Verlust von wichtigen Patenten ausgelöst worden sind. Nach Ansicht der meisten Analysten sind diese Fortschritte mittlerweile aber im Aktienkurs weitgehend eingepreist.Marktbeobachter der Helvetischen Bank weisen darauf hin, dass Novartis nun mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 gar der teuerste europäische Pharmawert ist. Im Fall von Sanofi seien Anleger bereit, nur das Neunfache des erwarteten diesjährigen Gewinns zu bezahlen. Bei GlaxoSmithKline betrage das KGV 11 und bei Roche 16,5.Die Analysten der Grossbank UBS führen für Novartis ein Kursziel von lediglich 116 Franken. Sie machen geltend, dass dem Konzern zwischen 2029 und 2031 eine weitere Serie auslaufender Patente bevorsteht. Dadurch seien jährliche Einnahmen von bis zu 25 Milliarden Dollar gefährdet.Konzernchef Vas Narasimhan will weitermachenDas Management hofft, im zweiten Semester dank der Publikation von Forschungsresultaten neue Zuversicht bei Analysten zu wecken. Laut dem Unternehmen sollten bis Ende Jahr die Ergebnisse aus der abschliessenden Phase 3 der klinischen Entwicklung bei nicht weniger als fünf potenziellen neuen Medikamenten vorliegen.Für Vas Narasimhan, der seit 2018 der Konzernführung vorsteht, ist dies auch Motivation genug, um weiterzumachen. Er hege weder für 2026 noch für 2027 neue berufliche Pläne, sagte er am Dienstag an einer Telefonkonferenz.Der Aktienkurs von Novartis dürfte je nach Ausgang der Studien beflügelt oder unter Druck gesetzt werden. Für die Analysten der Bank Vontobel steht fest: «Das zweite Halbjahr wird mehr Volatilität aufweisen.»Passend zum Artikel
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Trotz hohen Einbussen beim nicht mehr patentgeschützten Herzmittel Entresto ist Novartis schon wieder auf Wachstumskurs. An der Börse dürfte es für den Konzern im zweiten Semester unruhiger werden.









