Das Hamburger Amtsgericht verurteilt eine Polizistin zu einer Haftstrafe. Sie hatte ihren Diensthund auf einen Mann gehetzt, von dem keine Gefahr ausging.
Kriminalität am unteren Rand: Polizeihunde müssen zuverlässig und gehorsam sein
Axel Heimken/dpa
Es passiert selten, dass ein Richter mit so deutlichen Worten das Vorgehen der Polizei kritisiert. Die Polizistin Jennifer S. habe ihren Diensthund vorsätzlich gegen den Mann eingesetzt, von dem keine Gefahr ausging, sagt der Amtsrichter am Dienstagmorgen. Ihr Verhalten sei nicht gerechtfertigt gewesen. Der Befehl gegenüber dem Hund, den Mann zu beißen, sei weder erforderlich noch verhältnismäßig gewesen; schwere Verletzungen habe die erfahrene Hundeführerin billigend in Kauf genommen. Er verurteilt sie zu acht Monaten Freiheitsstrafe, die für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt wird.
Die Anfang 40-jährige Hamburger Polizistin Jennifer S. stand seit Anfang Juli vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihr gefährliche Körperverletzung im Amt wegen eines Vorfalls im Januar 2023 vor. Damals war sie zu einem Einsatz hinzugekommen, bei dem ein anderer Streifenwagen ein Fahrzeug ohne Kennzeichen verfolgte. In der Nacht hatte es einen Unfall gegeben, bei dem jemand Fahrerflucht begangen hatte. Einer Streife fiel etwas später das Fahrzeug ohne Kennzeichen auf – sie verfolgte es, um zu sehen, ob es die Flüchtigen sein könnten.








