PfadnavigationHomeWissenschaft„Lauter Knall“Wie ein Meteorit im Schlafzimmer zum Glücksfall für Wissenschaftler wurdeStand: 13:01 UhrLesedauer: 3 MinutenAußen- und Innenansicht des Einschlagsloches der Meteoritenfragmente im Dach des HausesQuelle: SETI InstituteIn den USA stürzen Teile eines Meteoriten in ein Haus. Wissenschaftler finden in dem Stein neue Hinweise auf das Salz des Lebens. Entscheidend für die Entdeckung war die kluge Reaktion des Hausbesitzers.Am 16. Juli 2024 donnerte einige Meilen südlich der Freiheitsstatue ein Meteorit mit Überschallgeschwindigkeit über den Himmel New Yorks. Wenig später stürzte ein mehr als ein Kilogramm schwerer Gesteinsbrocken durch das Dach eines Einfamilienhauses in der Kleinstadt Hillsborough in New Jersey. Der Hauseigentümer beschreibt den Moment wie folgt: „Ich war zu der Zeit daheim, als ich einen lauten Knall hörte und ein Loch in der Decke meines Schlafzimmers fand. Ich roch einen starken, schwefelartigen Geruch und sah viele schwarze Fragmente sowie Schutt und schwarzen Staub, die mein Bett, den Teppich und die Umgebung bedeckten.“Der Mann reagierte ungewöhnlich besonnen auf das Ereignis. Er begann umgehend, die gesamte Szene zu dokumentieren. Mit Einweghandschuhen an den Händen und Alufolie sammelte er die fragilen Gesteinsreste auf, die den Einschlag überstanden hatten, und schützte sie in Glasgefäßen vor weiterer Kontamination. „Dank der schnellen Reaktion des Hausbesitzers sind dies die am besten erhaltenen Meteoritensplitter dieses Typs, die wir kennen“, sagte Nasa-Forscher Peter Jenniskens dem SETI Institute im Silicon Valley. Dieses sucht nach außerirdischem Leben und arbeitet eng mit der Nasa zusammen.Der Meteoritenforscher und seine Kollegen veröffentlichten nun im Fachjournal „Science Advances“ eine Studie zu dem Glücksfund. Zu ihrer Überraschung fanden die Forscher Spuren einer hochkonzentrierten, salzigen Flüssigkeit in den Mineralien, sogenannter Sole. „Bislang waren solche Prozesse auf dieser Art von Proto-Planeten nicht bekannt“, sagte Jenniskens. Lesen Sie auchDie kleinen Bröckchen stammten wohl von der Oberfläche eines primitiven Asteroiden im Sonnensystem. Diese bestehen größtenteils aus gefrorenem Eis, das an den Außenschichten verdampfen kann. Die gefundenen Salze blieben vermutlich auf dem Stein zurück, der sich später in Richtung Erde löste. Lesen Sie auchDie hohe Konzentration von Sole kann die richtige chemische Umgebung liefern, um Moleküle zu schaffen, die kritisch für das Leben auf der Erde sind, etwa organische Metallverbindungen. Diese sind unter anderem im Blut und in der Fotosynthese essenziell.„Ein großer Teil der gefundenen Verbindungen war das Ergebnis organischer Chemie im Zusammenspiel mit Mineralien“, meinte Phil Schmitt-Kopplin gegenüber SETI. Der Spezialist für Analysen organischer Proben an der TU München sagte jedoch, ob die gefundenen organischen Metallverbindungen allein in der Solelösung entstanden seien – oder ob sie Spuren früherer Einschläge seien – wisse man noch nicht.Auf den Gesteinsbrocken wurden zudem viele Aminosäuren und weitere organische Verbindungen gefunden. „Es ist ein weiterer Beleg dafür, dass die chemischen Grundbausteine des Lebens über solche Asteroidenfragmente auf die Erde gelangt sein könnten – und noch immer gelangen“, sagte Co-Autor und Astrobiologe Danny Glavin in einer Pressemitteilung der NASA. Die Astronomen rekonstruierten die Reise des Hillsborough-Meteoriten durch den Weltraum und fanden Hinweise darauf, dass er möglicherweise aus der Erigone-Asteroidenfamilie im inneren Asteroidengürtel stammt – der Heimat des Asteroiden Donaldjohanson, der 2025 von der NASA-Raumsonde Lucy besucht wurde. Auch dort wurden in Gesteinsspalten Solespuren gefunden.„Zusammengenommen helfen diese sich ergänzenden Studien, ein klares Bild davon zu gewinnen, wie sich ursprüngliche Asteroiden – wie etwa Erigone – über Milliarden von Jahren chemisch entwickelt haben“, erklärte Jenniskens gegenüber der NASA.Die Erforschung des Hillsborough-Meteoriten liefere neue Erkenntnisse darüber, wie Wasser ursprüngliche Asteroiden veränderte und die chemischen Bausteine des Lebens im frühen Sonnensystem verteilt waren.„Wer dem Weg des Wassers durch das Sonnensystem folgt, folgt eigentlich dem Leben“, sagte Zolensky, ebenfalls Co-Autor der Studie und Meteoritforscher der Nasa. „Die Geschichte des Wassers im Sonnensystem zu verfolgen, ist ein wesentlicher Bestandteil des Verständnisses für den Ursprung des Lebens.“
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In den USA stürzen Teile eines Meteoriten in ein Haus. Wissenschaftler finden in dem Stein neue Hinweise auf das Salz des Lebens. Entscheidend für die Entdeckung war die kluge Reaktion des Hausbesitzers.












