StartseiteUnternehmenIndustrie Autoindustrie: Mercedes drängt in den USA auf laxere China-Regeln Die USA wollen Hersteller mit chinesischen Eigentümern vom Markt ausschließen. Der deutsche Hersteller Mercedes hofft, dass die Vorgaben noch gelockert werden.

Mercedes-Werk in den USA: Werden die China-Anteile zum Problem? Foto: dpaWashington. Mercedes-Benz will offenbar einen geplanten US-Gesetzentwurf abschwächen, der Autohersteller mit chinesischen Eigentümerstrukturen vom US-Markt ausschließen könnte. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Ein parteiübergreifendes Vorhaben im US-Senat sehe demnach vor, den Verkauf vernetzter Fahrzeuge („connected vehicles“) zu untersagen, wenn ein Hersteller zu mehr als 15 Prozent chinesischen Anteilseignern gehört. Diese Schwelle würde Mercedes treffen: Der Konzern ist zu knapp 20 Prozent in chinesischer Hand.Mercedes setzt sich laut Bericht dafür ein, die zulässige Beteiligungsgrenze auf 25 Prozent anzuheben. Das entspräche der Grenze, die der Entwurf für andere Unternehmen – etwa Zulieferer vernetzter Komponenten oder Software – vorsieht. Parallel prüfen Abgeordnete laut den Informanten auch, die feste Prozenthürde durch einen qualitativen Test zu ersetzen, der Sicherheitsrisiken stärker gewichtet. Das könnte für den deutschen Hersteller günstiger sein als die derzeitige Regel.Nahezu zehn Prozent der Mercedes-Aktien hält der chinesische Staatsautobauer BAIC; auch Li Shufu, Gründer und Chairman von Geely, besitzt an Mercedes einen Anteil von knapp zehn Prozent. Zusammen läge Mercedes damit über der 15-Prozent-Schwelle. In den USA ist Mercedes seit Jahrzehnten präsent, beschäftigt dort tausende Mitarbeiter und fertigt seit den 1990er-Jahren Fahrzeuge in Alabama; zudem betreibt der Konzern ein Werk in South Carolina.Mercedes äußerte sich nicht konkret zu dem Gesetzesvorhaben. Der Konzern betonte, kein einzelner Aktionär halte mehr als zehn Prozent der Aktien; zudem habe kein Anteilseigner direkte Sitze im Verwaltungs- beziehungsweise Aufsichtsgremium oder Einfluss auf operative Entscheidungen. Man unterstütze Gesetze zum Schutz der nationalen Sicherheit der USA – zugleich wolle man sicherstellen, dass die eigenen Aktivitäten nicht beeinträchtigt würden.Der Entwurf soll in dieser Woche im Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr beraten werden; eine ursprünglich geplante Anhörung war zuletzt verschoben worden. In Washington wird weiterhin über Reichweite und Ausgestaltung verhandelt.Große Risiken für Mercedes und VolvoHintergrund ist der Versuch der US-Politik, den heimischen Markt gegen eine erwartete Welle günstiger chinesischer Elektroauto-Exporte abzuschirmen. Zugleich erschwert Chinas weitreichende Investitionstätigkeit in der globalen Autoindustrie eine klare Abgrenzung.Für Mercedes birgt das Vorhaben Risiken in einem der wichtigsten Märkte des Konzerns – zumal das Unternehmen in China zuletzt unter Druck steht. Mercedes hatte angekündigt, bis 2030 weitere vier Milliarden Dollar in sein Werk in Alabama zu investieren. Ein China-Ausschuss des US-Repräsentantenhauses warf Mercedes in einem Social-Media-Beitrag vor, aktiv gegen das Gesetz zu lobbyieren.Maybach Preissenkungen sind „nicht unser Anspruch“ – Mercedes-Nobelmarke rechnet kaum mit Wachstum Verwandte Themen USAChinaVolvoGeelyIm Repräsentantenhaus liegt eine ähnliche Vorlage mit derselben 15-Prozent-Schwelle vor. Der Senatsentwurf würde betroffene Unternehmen grundsätzlich sofort ausschließen – für Hersteller, die bereits in den USA aktiv sind, wie Mercedes, sollen die Einschränkungen jedoch erst 2030 greifen. Damit bliebe dem Konzern Zeit, die Anforderungen zu erfüllen.Die Beratungen gelten als offen; ob das Gesetz am Ende tatsächlich verabschiedet wird, ist laut den Informanten ungewiss. Auch Volvo würde mit seiner Eigentümerstruktur über der 15-Prozent-Grenze legen, könnte aber durch eine Bestandsschutzregelung profitieren. Diskutiert wird zudem eine Art „Safe Harbor“, der Unternehmen bei unbeabsichtigtem Überschreiten von Schwellenwerten eine Selbstanzeige ermöglichen könnte. Bloo Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt