Die Schmuckmarke Van Cleef & Arpels zeigt in der neu eröffneten Boutique in Genf eine Ausstellung mit wichtigen Entwürfen aus der Vergangenheit. Darunter sind viele Raritäten aus privaten Sammlungen.Ach, wie goldig, richtig allerliebst! Der freche Fuchs, ein zahmer Löwe, ein süss dreinblickendes Hündchen oder die «chat malicieux», eine schelmische Katze, all diese drolligen Tierchen sind Preziosen aus kunstvoll verarbeitetem Gold, besetzt mit Rubinen, Smaragden und Diamanten. Sie sind aber auch Zeitzeugen einer vergangenen Epoche und werben derzeit, siebzig Jahre später, als Maskottchen für eine exklusive, feine Schmuckausstellung in Genf, die noch bis zum 10. Oktober andauert. Die Schmuckausstellung ist auf Voranmeldung bis zum 10. Oktober 2026 geöffnet. PD Anlass dieser Ausstellung ist die Neueröffnung der Boutique von Van Cleef & Arpels in Genf. In der Westschweizer Uhrenstadt eröffnete Jacques Arpels, Enkel der Gründerfamilie, 1960 die erste Schweizer Niederlassung von Van Cleef & Arpels.Bis zum Herbst bietet sich die Gelegenheit, in der rund 500 Quadratmeter grossen Boutique nicht nur gegenwärtige Bestseller wie «Alhambra», «Perlée» oder «Frivole» in brandneuem Setting zu entdecken, sondern auch einen Blick zurück zu wagen auf die reiche Vergangenheit der 1906 gegründeten Maison.Leihgaben privater SammlungenDie Ausstellung «Van Cleef & Arpels in Geneva: the Story Continues» präsentiert eine Auswahl historischer Schmuckstücke der Marke. Einige Stücke stammen aus der hauseigenen «Patrimonial Collection», ein Grossteil aber sind Leihgaben privater Sammlungen aus der Genfer Region. Diese Ansammlung bietet eine rare Gelegenheit, exquisite historische Stücke, die selten in der Öffentlichkeit zu sehen sind und von denen teilweise keine oder kaum Fotos bestehen, real zu erleben. Die neue Boutique von Van Cleef & Arpels an der Rue du Rhône 23 in Genf. PD Aufgeteilt in verschiedene Kapitel rückt die Schau die vielen Inspirationsquellen in den Fokus, die Van Cleef & Arpels seit mehr als 120 Jahren prägen: Natur, Poesie, Couture und die Faszination für technische Innovation. Legendäre Kreationen von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart erzählen von der Handwerkskunst und Kreativität des Schmuckhauses.Herzöffner sind dabei die süssen Tierclips: Sie stammen aus der 1954 lancierten Kollektion «La Boutique» mit «tagestauglichem» Gelbgoldschmuck in verspieltem Cartoon-Stil. Die Entwürfe waren jugendlicher und erschwinglicher als bisherige Linien und zielten klar auf eine breitere Kundschaft ab. Van Cleef & Arpels brachte das «Boutique»-Konzept 1977 in die Genfer Filiale am Quai du Général-Guisan 12 und richtete dafür einen neuen, separaten Ladeneingang an der Rue du Rhône 31 ein. «Chat malicieux»-Clip, Gelbgold, Smaragd, Rubin, von 2007, nach einem ähnlichen Entwurf von 1953. PD Neben einer Vitrine mit Schmuck aus kleinen Türkis-Cabochons aus den 1960er Jahren darf eine weitere mit einem Fokus auf Schmuckstücke mit der berühmten «Mystery Set™»-Technik nicht fehlen. Bei diesem 1933 patentierten Verfahren werden Edelsteine ohne sichtbare Fassungen verarbeitet; es entsteht der Effekt einer fast schon samtigen Oberfläche. Ohrclips und Broschen in Form von Blüten, Blättern, aber auch einer Schleife verweisen auch hier immer wieder auf das poetische Flair der Maison. «Platanenblatt»-Clip von 1960 aus Platin, Gelbgold, Saphiren und Diamanten in der «Mystery»-Fassung. PD Spektakuläre Colliers von Liz Taylor und Barbara HuttonWundersame kleine Entdeckungen aus einer Privatsammlung sind mitunter die Distel-Clips von 1937: mal mit Rubinen, mal mit Saphiren am Ende jedes Dorns besetzt. Zu den innovativsten Entwürfen von Van Cleef & Arpels zählen «Passe-Partout»-Kreationen, Ende der 1930er Jahre entwickelt: Dank ihrem raffinierten, wandelbaren Design lassen sie sich je nach Anlass als Collier, Armband oder Gürtel tragen und verkörpern. «Passe-Partout»-Collier von 1940: Die Grundstruktur in biegsamer «Tubogas»-Technik ist aus Gelbgold, die Clips dazu sind mit Rubinen und Saphiren besetzt. PD 1951 wurden dann erstmals «Zip»-Kreationen vorgestellt: Colliers in Form eines Reissverschlusses lassen sich mit wenigen Handgriffen in ein Armband verwandeln. Auch diese Linie verbindet die technische Innovation mit Eleganz und Glamour und ist mit einem Stück aus einer Privatsammlung in der Ausstellung präsent. «Zip Antique Confettis»-Collier von 2015, Gelbgold, Saphire, Diamanten. PD Elizabeth Taylor an der Oscar-Verleihung 1993 mit «Reine Marguerites»-Collier von Van Cleef & Arpels aus Gelbgold, Diamanten, gelben Diamanten und Chrysoprasen. Getty Images Zwei spektakuläre Highlights aus dem einstigen Besitz von legendären Diven des 20. Jahrhunderts bietet die Schau, beide Stücke stammen ebenfalls aus privaten Sammlungen aus der Region Genf: Das florale «Reine Marguerites»-Set von Anfang der 1990er Jahre lieh sich Elizabeth Taylor 1993 zur Oscar-Verleihung aus und war so begeistert davon, dass sie es kaufte und zwei Monate später bei ihrer Benefizveranstaltung «Party Against Aids» erneut trug.Nicht minder prunkvoll ist das Rubin- und Diamantcollier der amerikanischen Erbin Barbara Hutton. Das Schmuckstück entstand Anfang der 1940er Jahre und lässt sich dank seiner raffinierten Konstruktion auch als Tiara tragen – ein weiteres Beispiel für die Wandelbarkeit und Kreativität der Maison.«Van Cleef & Arpels in Geneva: the Story Continues» ist eine Hommage an die Geschichte der Maison, an ihr Savoir-faire, aber auch an die langjährige Beziehung zu ihrer Schweizer Kundschaft.Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. Oktober 2026, es bedarf einer Voranmeldung über diesen Link. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Von Liz Taylor bis zum frechen Fuchs: Schmuckausstellung von Van Cleef & Arpels in Genf
Van Cleef & Arpels zeigt historische Schmuckausstellung in Genf mit Raritäten aus Privatbesitz, von Liz-Taylor-Stücken bis zur schelmischen Katze.








