Es war ein Paukenschlag mitten in der Sommerpause: Jens Spahn tritt als Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag zurück. Dieser Schritt betrifft weit mehr als die Führung der Unionsfraktion. Mit seinem Ausscheiden steht auch ein politisches Netzwerk zur Disposition, das in den vergangenen Monaten zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor der Koalition geworden ist.Besonders für die SPD stellt sich nun die Frage, ob die Gesprächskanäle zur Union in gleicher Weise funktionieren werden wie bisher.
Miersch und Spahn: ein Tandem, das funktionierte
Eine zentrale Rolle für den Koalitionsfrieden spielten in den vergangenen Monaten die sogenannten Sherpas, also die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD. In diesem Kreis wurden wichtige politische Vorhaben bereits vor den offiziellen Koalitionsrunden intensiv vorbereitet. Viele Konflikte konnten so frühzeitig entschärft und Kompromisse ausgehandelt werden, bevor die Parteivorsitzenden im Koalitionsausschuss mit den fertigen Lösungen befasst wurden.
Das Trio aus Spahn, SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hatte maßgeblichen Anteil daran, die parlamentarische Zusammenarbeit nach einer besonders schwierigen Phase wieder zu stabilisieren. Nach dem Streit um die gescheiterte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin suchten die drei regelmäßig den direkten Austausch.










