Am Rande des Bundesparteitags der AfD in Erfurt Anfang Juli kam es nicht nur zur Hatz auf Journalisten. Vielmehr wurde den verfolgten Medienvertretern auch gleich aberkannt, Mitglied der „Schwarzen Zunft“ zu sein. „Die Mitarbeitenden von ‚Apollo News‘ sind keine Journalisten“, befand zum Beispiel Anette Dowideit, Autorin und Chefredakteurin des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv, am 6. Juli 2026 per Post auf X. Während einer Pressekonferenz des Bündnisses „Widersetzen“ am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt wurden Fragen von Kollegen der Welt, der Bild-Zeitung und Apollo News nicht beantwortet.

Die Illustrierte Stern lieferte einige Tage später, am 13. Juli 2026, eine entsprechende Stellungnahme von Suraj Mailitafi vom Bündnis „Widersetzen“ nach: „Wir haben vorab klar gesagt, dass wir mit Vertretern von Nius und Apollo News nicht sprechen werden, aber auch zur Deeskalation aufgerufen. Das sind keine Journalisten, sondern rechte Provokateure, die permanent gegen den Pressekodex verstoßen.“

Fliegende aktivistische Gerichtsstände

Die Stern-Redaktion verbreitete diese Aberkennung des Journalisten-Status auch über die sozialen Medien. Flankiert wurde das von Posts der „GrueneMission“ und des „Zentrums für politische Schönheit“, die in erster Linie den Journalisten von Apollo News den Status „Journalist“ aberkennen wollten. Das führte zu einer heftigen Diskussion über die Fragen: Wer ist Journalist? Und: Wer legt fest, wer sich Journalist nennen darf?