Das Schwarze Meer entwickelt sich immer stärker zum neuen Hormus des weltweiten Getreidehandels. Seit Anfang Juli haben Russland und die Ukraine ihre Angriffe auf Häfen, Schiffe und Exportwege deutlich intensiviert. Immer häufiger fallen Terminals aus, Schiffe müssen warten oder Routen werden unterbrochen – mit Folgen für die Getreidepreise auch in Deutschland.Das Schwarze Meer bedeute für den Weizenmarkt dasselbe wie der Persische Golf für den Ölmarkt, sagte Andrey Sizov, Geschäftsführer des auf Agrarmärkte spezialisierten Analyseunternehmens SovEcon, dem amerikanischen TV-Sender CNN. Sollte die Eskalation anhalten, könnten sich die wirtschaftlichen Schäden für Russland nach Einschätzung Sizovs auf Milliarden summieren.
Schwarzes Meer ist das Hormus für Getreide: Angriffe stoppen Getreideexporte
Der Schiffsverkehr im Asowschen Meer, über das normalerweise rund ein Viertel der russischen Weizenexporte abgewickelt wird, bleibt nach ukrainischen Drohnenangriffen stark eingeschränkt. Zuletzt musste Russland den Verkehr durch den Don-Asow-Kanal und die Straße von Kertsch zeitweise einstellen. Satellitenbilder zeigten lange Warteschlangen von Frachtschiffen vor den Zufahrten.
Gleichzeitig trifft Russland die ukrainische Exportinfrastruktur weiter massiv. Diese Angriffe haben die Exportkapazität der ukrainischen Schwarzmeerhäfen nach Angaben des dortigen Bauernverbands zuletzt um rund ein Drittel verringert. Vier von 13 großen Getreideterminals in den Häfen von Odessa stellten ihren Betrieb zeitweise ein, wie Reuters berichtet.











