Über eine Anerkennung der Verbrechen an den Ar­me­nie­r:in­nen ab 1915 als Genozid wird doch nicht abgestimmt. Aserbaidschan soll Druck gemacht haben.

Der Plenarsaal der Knesset in Jerusalem

Ronen Zvulun/reuters

Es ist eines der kontroversesten Kapitel in der Geschichte des Osmanischen Reiches – der Genozid am Volk der Armenier:innen. Deutschland und über zwei Dutzend andere Länder haben diese Verbrechen bereits offiziell als Völkermord anerkannt, in Israel sollte dies auf Staatsebene in dieser Legislaturperiode geschehen.

Das war zumindest der erklärte Wille der Regierung. Eine Resolution des israelischen Außenministers Gideon Sa’ar hatte das Kabinett im vergangenen Juni offiziell einstimmig angenommen. Nun sollte das israelische Parlament, die Knesset, darüber abstimmen. Doch plötzlich ist das Thema von der Agenda verschwunden.