In Delhi demonstrieren Zehntausende gegen die mutmaßliche Korruption im Bildungswesen. Die Regierung hat die Versammlungen verboten.
Die Polizei geht am Montag gewaltsam gegen die Demonstrierenden vor, die den Rücktritt des Bildungsministers fordern
Adnan Abidi/reuters
In den vergangenen Tagen sind immer mehr regierungskritische Menschen an den Jantar Mantar gezogen, den zentralen Protestplatz in Indiens Hauptstadt. Etwa 20.000 Demonstrierende wollten am Montag von dort aus friedlich zum Parlament marschieren, wo die Monsun-Sitzungsperiode begann. Doch Barrikaden und Einsatzkräfte versperrten ihnen den Weg, hinzu kam eine lokale Internetsperre.
Nahe Metrostationen waren geschlossen worden, die Regierung hatte ein Versammlungsverbot erlassen. Das hielt aber viele Demonstrierende nicht davon ab, Richtung Parlament zu ziehen, zum Teil begleitet von Politiker:innen der Opposition. Sie wurden an Polizeibarrikaden mit Tränengas und Schlagstöcken zurückgedrängt und zum Teil verletzt. Am Mittag trafen Saurav Das und Ashutosh Ranka, Sprecher der „Kakerlaken-Volkspartei“ (CJP – Cockroach Janta Party), die zu dem Protest aufgerufen hatte, den Familien- und Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda. Damit nahm die Regierung erstmals offiziell Kontakt mit der CJP auf. Der Funktionär der regierenden hindunationalistischen Volkspartei (BJP) von Premierminister Narendra Modi forderte ein Ende der Proteste.












