Sandra Ortega Mera ist vielen ein Rätsel. Von ihr gibt es kaum Interviews, sie ist selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Sie führt ein zurückgezogenes Leben und lebt bis heute in der spanischen Hafenstadt A Coruña, in der sie geboren wurde. Es gibt auch keine Berichte, wonach Ortega Mera das WM-Finale und den Sieg ihrer Spanier gegen Argentinien auf der VIP-Tribüne in New Jersey verfolgt habe, obwohl sie dort gemessen an ihrem Vermögen durchaus hingehört.Dass Zara zu einer der erfolgreichsten Modeketten gehört, ist dagegen kein Geheimnis. Filialen gibt es auf der ganzen Welt, insgesamt sind es um die 3000. Die beiden Zara-Filialen an der Theatiner- und Neuhauser Straße sind seit Jahren fester Bestandteil der Münchner Innenstadt. Hinter der Marke steckt der spanische Konzern Inditex, zu dem auch Marken wie Pull & Bear, Massimo Dutti oder Bershka gehören. Laut Forbes hat Inditex 2025 ein Rekordjahr gehabt und einen Umsatz von fast 40 Milliarden Euro gemacht, der Gewinn lag danach bei 6,2 Milliarden Euro.Inditex hat Amancio Ortega zum wohl reichsten Mann Spaniens gemacht, er hat das Unternehmen zusammen mit seiner Ex-Frau Rosalía Mera 1975 gegründet. Mera starb 2013, die gemeinsame Tochter Sandra hat einen Anteil an Inditex geerbt und wurde dadurch zur vermutlich reichsten Frau Spaniens, ihr Vermögen wird laut Forbes derzeit auf rund zwölf Milliarden Dollar geschätzt. Rund fünf Prozent von Inditex sollen Ortega Mera gehören, die ansonsten nicht in die Firma involviert sein soll. Dafür interessiert sich die 58-Jährige offenbar umso mehr fürs Immobiliengeschäft und findet Gefallen an Bürogebäuden in den besten Lagen Münchens.Am Prinzregentenplatz hat Ortega Mera gerade einen Bürokomplex gekauft. Der Kaufpreis liegt bei rund 168 Millionen Euro, das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens Conren Land hervor, das den Kauf für Sandra Ortega Meras Firma Ferrado Inmuebles abgewickelt hat. Conren Land ist nach eigenen Angaben Experte für Immobilien in Deutschland, Spanien und Großbritannien.Ortega Mera gehört laut einer Sprecherin des Unternehmens zu den größeren Namen von Investoren, die Conren Land betreut. Was die Spanierin mit den Büros gegenüber dem Prinzregententheater vorhat, will die Sprecherin aber nicht verraten. In der Pressemitteilung heißt es lediglich, Ferrado Inmuebles plane „die Immobilie langfristig im Bestand zu halten“, dass München „zu den wirtschaftsstärksten Metropolregionen Europas“ zähle und „hochwertige Büroimmobilien“ biete.Das Gebäude in Bogenhausen hat mehr als 21 000 Quadratmeter, zwischen 2011 und 2012 wurde es noch saniert. Gerade sind alle Büros vermietet, neben einer Filiale der Commerzbank befinden sich dort auch ein Standort des britischen Pharmaunternehmens GSK und Büros der Immobilien Bayern. Und es ist gut möglich, dass sich an der Zusammensetzung des Hauses und dem Gebäude selbst relativ wenig ändert. Laut Planungsreferat der Stadt liegen aktuell keine Bauanträge vor.Auch das Bürogebäude an der Leopoldstraße 7 hat Sandra Ortega Mera laut Brancheninsidern gekauft. Robert HaasSandra Ortega Mera dürfte am Prinzregentenplatz sieben und neun also eher eine Möglichkeit entdeckt haben, ihr Geld anzulegen – und es damit ihrem Vater Amancio Ortega gleichzutun, den Forbes als „Immobilienbaron“ bezeichnet. Der habe sich zusätzlich zum Modegeschäft über die Jahre in Städte weltweit eingekauft, schreibt Forbes, besonders in guter Lage und in Gebäuden, in denen es bereits zahlungskräftige Mieter gebe. Das minimiere das Risiko. Auf der Suche nach Büros ist Sandra Ortega Mera in München damit schon zum zweiten Mal innerhalb gut eines Jahres fündig geworden, im vergangenen Sommer hat Conren Land das vor Kurzem sanierte Eckgebäude „Novella 7“ an der Leopoldstraße gekauft. Investorin sei Sandra Ortega Mera, heißt es in Branchenportalen.
Bürogebäude am Prinzregentenplatz: Zara-Erbin kauft sich in München ein
Sandra Ortega Mera hat einen Teil der Modekette geerbt. Nun hat Spaniens wohl reichste Frau ein Gebäude in München gekauft - nicht zum ersten Mal.






