Trotz halbherziger Aufforderungen von Gianni Infantino: Donald Trump harrt auf der Bühne aus, bis das Siegerfoto geschossen ist
Lange Minuten spielte Donald Trump brav mit. Erstaunlich gelassen wirkte der US-Präsident, als er den Hauptdarstellern des WM-Finales minutenlang die Hände schüttelte, Schultern und Brustmuskeln beklopfte und ihnen Medaillen umhängte, zumindest gemessen am Geltungsdrang typischer Trump-Auftritte. Dann versammelte sich die spanische Mannschaft auf der schnell errichteten Tribüne zum traditionellen Siegerfoto. Aber Trump ließ sich Zeit, die Bühne zu verlassen. Und machte dabei ein Gesicht wie ein gutmütiger, aber ein wenig zerstreuter Onkel, der bei Familienfeiern seinen Platz für das Erinnerungsfoto sucht.
Rodri reckt den Pokal: Donald Trump gefällt das
Obwohl Trump als US-Präsident über das Land herrscht, in dem das WM-Finale dieses Mal stattfand, hat auch er nicht das Hausrecht – besser gesagt: die zeremonielle Hoheit – bei offiziellen Fifa-Terminen. Und so versuchte dann auch der eigentliche Hausherr, für Ordnung vor dem Jubelsturm der Spanier zu sorgen: Fifa-Präsident Gianni Infantino bedeutete erst mit einem Lächeln, dann mit einem Lachen und schließlich mit mehr oder weniger deutlichen Gesten seinem Buddy Trump, er möge doch bitte die Bühne räumen. Ohne den geringsten Erfolg: Denn nur Momente später wollten die frisch gebackenen Weltmeister ihre Freude nicht mehr zurückhalten. Kapitän Rodri riss den Pokal in die Höhe und seine Mitspieler taten es ihm ausgelassen mit ihren Armen gleich – wie man das in solchen Situationen eben so macht. Und links von ihm stand Trump, lächelnd wie ein zufriedener Funktionär der siegreichen Mannschaft.












