Hollywood musste über die Jahre Matt Damon schon sehr oft nach Hause holen. Eigentlich handeln alle seine großen Filme davon, dass er irgendwo verloren gegangen ist: in Italien („Der talentierte Mr. Ripley“), im Zweiten Weltkrieg („Der Soldat James Ryan“), wieder in Italien („Die Bourne Identität“), im Weltall („Interstellar“), noch mal im Weltall („Der Marsianer“)…Die bislang teuerste Rückholaktion ist nun Christopher Nolans „Odyssee“, in der er zwanzig Jahre für die Heimkehr nach Ithaka braucht. Kostenpunkt: 250 Millionen Dollar. Das ist zwar bei Weitem kein Rekord, was das Budget angeht. Aber für einen Film, der keine Fortsetzung ist und nicht auf einem Comic beruht, doch eine sehr teure Wette. Das trauen sich die großen Hollywoodstudios fast überhaupt nicht mehr, weil sie am liebsten FSK-6-Ware herstellen. Familien bringen mehr Ticketverkäufe als Erwachsene, die dann auch noch den Babysitter bezahlen müssen.Deshalb dürften die Verantwortlichen beim Universal Studio nun erleichtert aufatmen: „Die Odyssee“, die man wirklich keinem Sechsjährigen zumuten kann, hat übers Startwochenende weltweit knapp über 264 Millionen Dollar eingespielt. Dazu beigetragen hat auch Deutschland, wo der Film laut The Spot in 688 Kinos anlief und 7,7 Millionen Euro einbrachte.In den meisten zentralen Märkten hat Nolans Film damit zwar nicht den besten Start des Jahres hingelegt. In den USA zum Beispiel sind „Der Super Mario Galaxy Film“ und „Toy Story 5“ noch mal ein bisschen besser angelaufen. Aber die Zahlen sind trotzdem hervorragend für ein Werk jenseits der Franchise-Stangenware.Denn immer, wenn ein besonders gewagtes und gleichzeitig besonders teures Projekt floppt, werden die Studios noch vorsichtiger, was noch mehr „Super Mario“ und „Toy Story 6“ bedeutet. Wenn „Die Odyssee“ gut läuft, ist das also auch eine gute Nachricht für Menschen, denen der Film selbst völlig egal ist, die sich aber grundsätzlich über mehr Erwachsenenfilme aus Hollywood freuen würden.Film:Humor ist ein Ausdruck von MachtDie Doku „Was haben wir gelacht“ erzählt von Frauen wie Hella von Sinnen und Esther Schweins, die in den Neunzigern auf eine TV-Welt aus Machos trafen. Das ist garantiert nicht lustig – und genau deshalb sollte man sie sehen.Ein paar weitere Drachmen wird „Die Odyssee“ in den kommenden Wochen allerdings schon noch einspielen müssen. In Hollywood gilt mittlerweile die Faustregel, dass ein Blockbuster ungefähr das Dreifache seines Budgets einspielen muss, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Denn etwa die Hälfte der Einnahmen durch die Ticketverkäufe bleibt bei den Kinos – und fürs Marketingbudget greifen die Studios auch noch mal tief in die Tasche (bei der „Odyssee“ sollen sich die Werbekosten laut Variety auf 125 Millionen Dollar belaufen).Trotzdem hat der Film schon jetzt einen wichtigen Beitrag zur Gesamtbilanz des Kinojahres 2026 geleistet, nicht nur ökonomisch, sondern auch psychologisch. Denn dieser Kinosommer ist der erste, der ähnlich gut läuft wie der sehr gute Kinosommer 2019. Wenn es so weitergeht, könnte es bis Jahresende das beste Kinojahr seit der Pandemie werden.
"Die Odyssee" wird zum Hit: 264 Millionen Dollar am ersten Wochenende
„Die Odyssee“ legt einen sensationellen Start hin. Warum das auch Kinogänger freuen kann, denen der Film völlig egal ist.











