PfadnavigationHomePolitikDeutschlandMesserangriff22-jähriger Student in Trier erstochen – Jetzt sagen seine Eltern, was sie ihm „schuldig“ sindStand: 10:44 UhrLesedauer: 3 MinutenDie stellvertretende WELT-TV-Politikchefin Dorothea Schupelius beklagt die „politische Stille“ nach der tödlichen Attacke auf einen Studenten in Trier: „Haben den Überblick verloren über viele junge Männer, die aus gewalttätigen Ländern zu uns gekommen sind.“Der 22-Jährige wurde auf der Straße von einem Afghanen erstochen – die Polizei spricht von einem „Zufallsopfer“. Die Eltern von Marius fordern nun Konsequenzen.Der Student, der in Trier von einem gleichaltrigen Afghanen mit einem Messer getötet wurde, war laut Polizei ein „Zufallsopfer“. Der 22-jährige Marius Dick war gerade auf dem Rückweg vom Supermarkt – kurz darauf dann tot. Täter und Opfer kannten sich laut Polizei nicht.„So etwas sollte keine Mutter erleben müssen“, sagte Elke Dick gegenüber „Bild“. Sie habe die erste Nacht in seinem Zimmer verbracht, „um Marius nahe zu sein“, sagte sie weiter. Sie und ihr Mann Thomas wollen für Gerechtigkeit kämpfen und haben über einen Anwalt Nebenklage eingereicht. „Wir werden bei den Verhandlungen dabei sein. Das sind wir Marius schuldig.“ Die Mutter, die sich seit Jahren ehrenamtlich für die CDU engagiert, erwarte von der Politik „echte Lösungen, damit so etwas nie wieder passiert und der nächste Mord vermieden werden kann.“ Es müsse sich etwas in Deutschland ändern. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher.“Es helfe dem Paar, über ihren Sohn zu sprechen, heißt es bei „Bild“. „Dieser Verlust ist immer noch so unwirklich für uns. Wir sind wie unter Schock.“ Laut dem Vater hätten sie eine enge Beziehung gehabt. „Auch als er sein Studium schon begonnen hatte, kam er fast jedes Wochenende nach Hause zu uns.“ Elke Dick beschrieb ihren Sohn als „total offenen und extrovertierten Menschen“. Er habe „niemals jemandem etwas zuleide tun können“, sagte sie gegenüber der Zeitung. Lesen Sie auchDen Ermittlungen zufolge habe der Beschuldigte dem 22-Jährigen am Mittwochmorgen aus bisher unbekannten Gründen auf der Straße mit einem Küchenmesser mindestens zweimal in den Oberkörper gestochen. Marius Dick starb trotz sofortiger Reanimation im Krankenhaus – ein plötzlicher Verlust, der für dessen Eltern kaum zu ertragen ist.Lesen Sie auchKurz vor der Tat habe Marius seine letzte Klausur im Geschichtsstudium geschrieben – der Bachelorabschluss an der Universität Trier habe unmittelbar bevorgestanden. Anschließend habe er einen Masterstudiengang in Militärgeschichte in Potsdam beginnen wollen. Stattdessen plant Familie Dick nun die Beerdigung ihres Kindes. „Wir haben das Liebste durch dieses unsägliche Verbrechen verloren.“ Gedenken am TatortIn Trauer vereint gedachten auch zahlreiche Menschen in Trier am Donnerstag mit einer Schweigeminute des getöteten Studenten. Auf der sogenannten Forumsplatte der Universität folgten etwa 1000 Menschen einem Aufruf. Auch ein Kondolenzbuch war ausgelegt, unter anderem trug sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) ein. An der Stelle, an der sich die Tat ereignet hatte, waren Blumen und Kerzen zu sehen.Auch das Sickingen-Gymnasium in Landstuhl, an dem das Opfer 2022 sein Abitur abgelegt hatte, verabschiedete sich von seinem ehemaligen Schüler. Lehrer und Schüler zeigten sich tief erschüttert. „Dass ein junger Mensch am Beginn seines Erwachsenenlebens auf so sinnlose Weise aus dem Leben gerissen wurde, lässt sich kaum in Worte fassen und berührt uns als Schulgemeinschaft zutiefst“, erklärte die Schule. Die Gedanken der Schulgemeinschaft seien bei der Familie, den Freunden und den Angehörigen des Getöteten.Schuldfähigkeit des Beschuldigten wohl beeinträchtigtDer Beschuldigte, der nach der tödlichen Attacke vom Tatort flüchtete und wenig später in der näheren Umgebung vorläufig festgenommen wurde, lebt seit mehreren Jahren in Trier und hat zuletzt in der Nähe des Tatorts gewohnt. Der Afghane hat die Tat eingeräumt, jedoch sonst keine Angaben zur Sache gemacht.Das Amtsgericht Trier hat die einstweilige Unterbringung des Mannes in der geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet. Den Ermittlungen zufolge leidet er an einer psychischen Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sei. „Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war.“ Klarheit soll ein Gutachten bringen.saha/jm mit dpa
Trier: 22-jähriger Student erstochen – Jetzt sagen seine Eltern, was sie ihm „schuldig“ sind - WELT
Der 22-Jährige wurde auf der Straße von einem Afghanen erstochen – die Polizei spricht von einem „Zufallsopfer“. Die Eltern von Marius fordern nun Konsequenzen.














