Viel zu wenig oder gar kein Klimaschutz gefährdet Wertschöpfung, Beschäftigung und industrielle Substanz noch viel mehr. Indessen haben die Grünen der CDU nachgegeben, auch in der Erkenntnis, dass das Thema zur Landtagswahl 2026 – ganz anders als vor fünf Jahren – in der Öffentlichkeit und der veröffentlichten Meinung längst nicht mehr die notwendige Priorität genießt. Sogar wenn es gefühlt über 40 Grad im Stuttgarter Talkessel oder an der Rheinschiene hat, ist vor allem von Hitze die Rede statt von der traurigen Wahrheit: Baden-Württemberg erwärmt sich deutlich schneller, als noch zu Beginn des Jahrzehnts berechnet. "Es brodelt uns die Lebensgrundlagen weg", sagt Umweltministerin Thekla Walker (Grüne), muss aber eingestehen, dass immer neue Hitzetage und Tropennächte ein breites gesellschaftliches Umdenken (noch) nicht befördern. Mit Folgen, die schon heute als unabwendbar anzusehen sind. Der Reparaturbetrieb und die Anpassung ans neue Normal werden immer teurer und immer aufwändiger, gerade für die Wirtschaft.

Klimawandel schwächt die Wirtschaft

Die Fakten sprechen Klartext. Im ebenfalls schon deutlich zu warmen Februar 2026 hat die Schweizer Beratungsfirma Prognos eine Untersuchung im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums vorgelegt, wonach ein einziger Tag mit Temperaturen ab 30 Grad Celsius bundesweit 431 Millionen Euro direkte Kosten verursacht – vor allem durch Produktivitätsverluste, aber auch durch Arbeitsaus- und -unfälle. Besonders betroffen seien das Bau- und das verarbeitende Gewerbe, Tätigkeiten in Lagerhallen oder im Verkehr im weitesten Sinne. Herausgearbeitet ist zudem, dass Hitze nicht gleich Hitze ist. Ab etwa 30 Grad sinkt die Produktivität mit jedem zusätzlichen Grad um rund drei Prozent, während die Energiekosten um etwa 1,2 Prozent steigen, weil Gebäude, Maschinen und Rechenzentren stärker gekühlt werden müssen.