KONTEXT:Wochenzeitung

Eigentlich sollte Stuttgart ab 2035 weniger Treibhausgase ausstoßen, als es speichert. Mit der neuen Klimastrategie, die vergangene Woche im Rathaus präsentiert wurde, ist dieses hehre Ziel de facto passé. Die CDU möchte die Zielmarke am liebsten ganz kippen.

Kühler wird's nicht mehr in Stuttgart: Verschattungsversuche am Bismarckplatz Foto: Jens Volle

Ende Juni wurde die 40-Grad-Marke in Deutschland mehrfach geknackt. Mehr als 5.100 Menschen sollen laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts wegen der Hitze im ersten Halbjahr gestorben sein. Fridays for Future (FFF), um die es in den letzten Jahren eher still wurde, rief auch deshalb vergangene Woche bundesweit zum Protest auf, in Stuttgart am Freitag auf dem Rotebühlplatz. Gekommen sind immerhin etwa 100 Menschen – Jugendliche waren deutlich in der Unterzahl. Die Kritik richtete sich vor allem an Katherina Reiche (CDU), "die schlechteste Wirtschaftsministerin, die Deutschland jemals hatte", wie eine Rednerin meinte. Sie müsse zurücktreten, so die Forderung, der sich in einer Onlinepetition inzwischen über 300.000 Unterzeichner:innen angeschlossen haben. Einige schrieben am Rande der Kundgebung auf Biergarnituren Postkarten an Bundestagsabgeordnete der Regierungsparteien SPD und CDU – in der verwegenen Hoffnung, deren Abstimmungsverhalten im Parlament ändern zu können.