Chinas Regierung sieht in KI-Chatbots eine wachsende Gefahr – nicht nur für die psychische Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch für die Geburtenrate des Landes. Vor allem jüngere Menschen bauen zunehmend emotionale Beziehungen zu KI-Begleitern auf und teilen mit ihnen Fragen, Wünsche und persönliche Probleme. Wie Futurism berichtet, will die chinesische Regierung dieser Entwicklung mit weitreichenden Vorschriften entgegenwirken.Anzeige

Emotionale Abhängigkeit nimmt zu

Lee Chambers ist Gründer und Geschäftsführer von Male Allies UK, einer Organisation, die sich in Großbritannien für Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion einsetzt. Er sagt, dass sich Heranwachsende von Chatbots oft besser verstanden fühlen würden als von Eltern oder Freund:innen. Er sorge sich in diesem Zusammenhang vor allem um das Sozialverhalten junger Männer. „Wenn ihre Haupt- oder einzige Quelle, um mit einem Mädchen, an dem sie interessiert sind, zu sprechen, jemand ist, der ihnen nicht ‚nein‘ sagen kann und an jedem ihrer Worte hängt, lernen Jungen keine gesunden oder realistischen Wege, mit anderen umzugehen“, heißt es im Bericht der Organisation.

Auch in China werden ähnliche Bedenken geäußert – allerdings stehen dort eher junge Frauen im Fokus. Wie Futurism berichtet, hat die Regierung in Peking kürzlich neue Vorschriften erlassen, die die „emotionale Abhängigkeit“ der Menschen von KI-Chatbots eindämmen sollen. Sie richten sich insbesondere gegen emotionale KI-Begleiter und Bots, die ausdrücklich dafür entwickelt wurden, menschenähnliche Persönlichkeiten zu verkörpern. Laut dem Wall Street Journal sei eine der zentralen Motivationen die Sorge um die sinkende Geburtenrate sowie die Befürchtung, dass emotionale Bindungen an stets verfügbare KI-Systeme die Menschen davon abhalten könnten, menschliche Partner:innen zu finden und Familien zu gründen.Anzeige