Als der WM-Gastgeber Kanada am zweiten Spieltag der Gruppenphase sensationell mit 6:0 gegen Katar gewinnt und somit den ersten Sieg des Landes überhaupt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft einfährt, ist die Euphorie nicht nur im BC Place Stadium in Vancouver grenzenlos. Auch 4300 Kilometer Luftlinie von der Arena entfernt, beim Public Viewing im Herzen von Toronto, jubeln die Fans euphorisch über den nicht für möglich gehaltenen Erfolg. Einer von ihnen ist der Schotte Matthew. „Die Stimmung hier ist unglaublich! Ich komme zwar nicht aus Kanada, aber nach diesem Spiel habe ich mich in die kanadische Mannschaft verliebt. Und darauf trinke ich jetzt!“, sagt er freudetrunken kurz nach dem Abpfiff.Es ist eine Szene, die sinnbildlich für diesen WM-Sommer in Kanada steht. Dabei ist Fußball im zweitgrößten Land der Welt eigentlich alles andere als ein Nationalsport. Am beliebtesten sind traditionell Eishockey und Lacrosse, „Soccer“ kommt – ähnlich wie in den USA – erst an dritter oder vierter Stelle. Doch in diesen Wochen, irgendwann zwischen dem ersten kanadischen WM-Spiel gegen Bosnien und Herzegowina und dem Kantersieg gegen Katar, mit dem sich das Team des früheren RB-Leipzig-Trainers Jesse Marsch frühzeitig den Einzug in die K.-o.-Phase sichert, scheint es so, als würden sich die über Jahrhunderte zementierten Hierarchien im Sport langsam aufweichen.
Euphorie auf den Rängen, Streit hinter den Kulissen: Stimmungsbild der Fußball-WM 2026
Eine WM zwischen Fußballfieber, Politik und Kontroversen – und drei Gastgeberländern, die das Turnier auf ganz unterschiedliche Weise erleben.







