Die Parole „45 Prozent plus X“ erinnert an alte CSU-Herrlichkeit in Bayern. Aber es ist die AfD in Sachsen-Anhalt, die sie am Wochenende zu ihrem Wahlkampfauftakt ausgab. Wenn es für die AfD bis zur Landtagswahl im September weiter so rundliefe wie in den Umfragen der vergangenen Monate, brauchte sie nicht viel zu tun, um dieses Ziel zu erreichen.Merz und Walter Ulbricht in einem AtemzugDass ihr das Zutagetreten eklatanter Widersprüche im Umgang mit der DDR-Vergangenheit noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte, fürchtet die Partei ganz offensichtlich nicht. Der Wahlkampfauftakt in Sachsen-Anhalt zeigte dies aufs Neue.Da konnte der AfD-Fraktionsvorsitzende im Magdeburger Landtag mit Blick auf die Brandmauer der CDU und die frühere DDR-Grenze unwidersprochen behaupten, er erkenne keinen Unterschied mehr zwischen der Handlungsweise eines Friedrich Merz und jener „des früheren DDR-Machthabers Walter Ulbricht“.Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla wiederum konnte wenige Tage zuvor nichts Falsches darin erkennen, in die DDR-Hymne einzustimmen. Es ist indessen nicht ausgemacht, dass ihre widersprüchliche Haltung zur DDR-Vergangenheit der AfD am Ende nicht doch noch auf der Zielgeraden schadet.Aber darauf verlassen kann sich die politische Konkurrenz nicht. Auf deren Wahlkampf kommt es nun vor allem an, auf den der CDU, der einzigen noch verbliebenen ernsthaften Konkurrenz, aber auch den der Fünfprozenthürden-Kandidaten FDP, Grüne und SPD, die laut Umfragen auch nicht allzu weit davon entfernt liegt.Noch vor einigen Wochen konnten sie darauf hoffen, dass die Sommerpause des Berliner Politikbetriebs ihrem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt Entlastung verschafft. Diese Hoffnung dürfte nach der Causa Spahn jedenfalls in der CDU geringer geworden sein.
AfD-Wahlkampfauftakt in Sachsen-Anhalt: Widersprüche fürchtet sie nicht
Die AfD in Sachsen-Anhalt braucht kaum noch Wahlkampf zu machen. Entscheidend ist der Wahlkampf der anderen Parteien, allen voran der CDU.










