Sein Instrument ist das menschliche Ego, sein Genre die Macht: Szenen einer Partnerschaft vor großbürgerlicher Kulisse.

Illustration:

Donata Kindesperk/taz

D ie Abendsonne leuchtet orange und in der Villa des Literarischen Colloquium Berlin wird aufgeräumt. Die „kleinen Verlage“, die heute hier am Wannsee ihr Programm aufgetischt haben, sind fast restlos verschwunden. Wir wollen auch gehen, aber im Foyer steht der Tastaturdeckel des alten Bechsteinflügels offen und ich kann einfach nicht anders.

Er ist gestimmt, der Anschlag butterweich, ich kriege Gänsehaut. Nach einem kurzen Rumgejazze schiebt sich von hinten und viel zu nah ein Kopf über meine Schulter. „Spielen Sie auch vierhändig?“ Ein älterer Herr mit Sommerhut. Sein Outfit ist eine Mischung aus Kolonialherr und Elfenbeinjäger und in meiner arbeiterkindlichen Naivität interpretiere ich seine Frage als Wertschätzung.