PfadnavigationHomeICONISTModeDani OlmoEine gute Spielerfrau trägt kein TrikotVon Josie RathVolontärin an der Axel Springer Academy Stand: 08:18 UhrLesedauer: 4 MinutenDani Olmo und Laura Abla nach Spaniens Viertelfinal-Sieg. Die Influencerin zeigt: Fußballliebe funktioniert auch ohne Spielerfrauen-TrikotQuelle: Getty Images/Jean CatuffeFußballtrikots sind selten modisch raffiniert. Genau deshalb verzichten heute viele Spielerfrauen darauf. Olmo-Freundin und Social-Media-Star Laura Abla zeigt, wie sie Victoria Beckhams Idee der Spielerfrau weiterentwickelt.Das Trikot ist die wohl schönste Liebeserklärung des Fußballs. Es zeigt Zugehörigkeit, Stolz und Unterstützung. Wer seinem Partner in einem wichtigen Spiel beisteht, trägt seinen Namen auf dem Rücken. Sophia Havertz tut es für ihren Kai, Ann-Kathrin Götze für ihren Mario und Antonela Roccuzzo begleitet Lionel Messi regelmäßig im himmelblauen Argentinien-Shirt. Für viele Männer gibt es ohnehin kaum ein schöneres Bild als die Partnerin im Fußballtrikot. Viele der Spielerfrauen tragen deshalb die Farben ihrer Männer mit Stolz. Doch ein Fußballtrikot ist selten das stilvollste Kleidungsstück im Schrank. Wer Sport jedoch mit modischer Raffinesse verbinden möchte, orientiert sich an einer anderen Art Spielerfrau: an denen, die den Sport nicht einfach anziehen, sondern in ihren eigenen Stil übersetzen.Laura Abla Schmitt ist 25, Influencerin, Model und eine jener Spielerfrauen, die nicht nur hübsch, sondern auch modisch interessant sind. Millionen folgen der Ostfriesin auf TikTok und Instagram für ihre Outfits, ihren Humor und ihren Alltag. Dass sie mit Spaniens Nationalspieler Dani Olmo zusammen ist, machte ihre Reichweite zwar noch größer – verraten hat sie die Beziehung allerdings erst, als sie längst eine eigene Community hatte.Auch im Stadion verlässt sich Laura Abla nicht darauf, dass ihr berühmter Fußballerfreund sie interessant macht. Stattdessen kombiniert sie Vintage-Lederjacken in den spanischen Nationalfarben mit Flared Jeans und filigranem Chanel-Goldschmuck mit Fußball-Anhänger. Mal trägt sie ein Oberteil mit einem Kinderfoto von Dani Olmo, mal ein altes Spanien-Shirt, das eher nach Flohmarkt als nach Fanartikel aussieht. Auch High Heels oder eine Handtasche mit schwarz-weißem Fußballmuster gehören zu ihren Accessoires. Fußball wird bei ihr zur modischen Referenz, nicht zur Uniform.Genau deshalb schauen ihr inzwischen Millionen junge Frauen gerne zu – vor dem Spiel, danach und währenddessen, in der Hoffnung, dass die Kamera auf der Tribüne Laura einfängt. Auf TikTok häufen sich Kommentare wie: „Ich kenne keinen einzigen Fußballspieler, aber Laura Abla steht im WM-Finale.“ Für viele aus der Generation Z ist Dani Olmo längst vor allem der Freund von Laura Abla. Eine Nutzerin schreibt: „Ich hoffe, der Freund von Laura kommt weit, weil ich ihr Outfit zum Finale sehen will.“Ganz neu ist dieses Spiel allerdings nichtAnfang der 2000er bekam diese neue Generation an Spielerfrauen sogar ihren eigenen Namen. WAG – kurz für „Wives and Girlfriends“ – bezeichnete die Ehefrauen und Freundinnen der englischen Nationalspieler. Spätestens während der Weltmeisterschaft 2006 wurden sie selbst zu Popstars. Boulevardzeitungen berichteten über ihre Shoppingtouren, ihre Handtaschen und ihre Outfits fast so ausführlich wie über die Fußballspiele. Und keine prägte das Bild der WAG stärker als Victoria Beckham.Lesen Sie auchSie erschien zwar regelmäßig auf der Tribüne, allerdings selten im klassischen England-Trikot. Stattdessen machte sie das Stadion zu ihrer ganz persönlichen Modebühne: riesige Sonnenbrillen, eine weiße Birkin Bag, funkelnde Uhren, Corsagentops oder das inzwischen legendäre „England Rock$“-Tanktop mit kurzen Jeansshorts. Das hatte auch mit ihrer Rolle zu tun. Victoria Beckham kam nicht als unbekannte Freundin eines Fußballers ins Stadion. Als Posh Spice war sie längst selbst Weltstar, mit eigener Fangemeinde, eigener Ästhetik und einem Image, das weit über den Fußball hinausreichte. Sie musste ihre Unterstützung nicht über ein Trikot sichtbar machen. Laura Abla wirkt wie die zeitgemäße Antwort auf genau dieses Selbstverständnis. Auch sie verzichtet meist auf das klassische Fantrikot – nicht aber auf den Fußball. Wie Victoria Beckham definiert sie sich nicht über die Rolle als Spielerfrau, sondern über ihren eigenen Stil und ihre eigene Öffentlichkeit.Lesen Sie auchTrotzdem könnte ihre Inszenierung kaum unterschiedlicher sein. Während Victoria Beckham Anfang der 2000er beinahe unantastbar schien, lebt Laura Abla von ihrer Leichtigkeit. Sie wirkt nie wie die perfekt inszenierte Spielerfrau, sondern wie jemand, der eher zufällig mit einem Fußballstar zusammen ist. Sie filmt sich mit ungewaschenen Haaren beim Matcha-Trinken, tanzt mit Freunden durch Madrid und macht sich regelmäßig über ihren berühmten Freund lustig. Dani Olmo heißt bei ihr fast nie Dani Olmo, sondern schlicht „MB“ – Mitbewohner. Nach dem Halbfinaleinzug bedankte sie sich trocken: „Danke fürs Finanzieren eines New-York-Trips und eines Justin-Bieber-Konzerts.“Zwanzig Jahre liegen zwischen Victoria Beckham und Laura Abla. Die eine machte die Spielerfrau zur Stilikone, die andere übersetzt diese Rolle in die Gegenwart. Beide zeigen, dass Fußballliebe nicht zwangsläufig im Fanshop endet. Beide machten nie den Fehler, ihren Stil gegen die Karriere ihrer Partner einzutauschen. Die wichtigste Regel einer guten Spielerfrau: Wer wirklich Stil hat, trägt nicht automatisch das Trikot – sondern vor allem eine gute Garderobe und ein gesundes Ego.