Für sie: Streng erfolgreich

Auch wenn es gegen den Zeitgeist geht: Am Frauenfußball nerven auch ein paar Dinge. Zum Beispiel, dass viele Kommentatorinnen immer noch automatisch ihre Stimmen ein paar Etagen tiefer legen, die Spielerinnen bei Siegen die Gesten (Reihenhüpfen, Rasenschwalbe) ihrer männlichen Kollegen einfach kopieren, anstatt sich selbst welche auszudenken – und dass Eitelkeit bei den Trainerinnen total verpönt ist. Während männliche Fußballtrainer und ihre Looks jede Menge Läster- und Interpretationsmaterial bieten, von der deutschen Stilikone Jogi Löw bis zu allen Italienern in ihren viel zu engen Anzügen, die sie beim wilden Gestikulieren stets aufs Lustigste behindern –, traten weibliche Coaches lange so auf wie irgendwelche Sepps in den 70ern. Joggingbuchsen, funktionale T-Shirts, Anorak.

(Foto: Jose Breton/Pics Action/NurPhoto)

Eine, die es jetzt endlich anders macht, ist Montserrat Tomé. Die Managerin des spanischen Teams hat den strengen Hosenanzug mit ebenso strenger weißer Bluse darunter ins Trainerrechteck gebracht. Hose und Jacke sind nichts Besonderes, auch die Kombination mit den Samba-Turnschuhen von Adidas in einem Taupe-Ton weist nicht darauf hin, dass es sich hier um besonderes Interesse an Mode handelt. Aber was die Frau verstanden hat: Dass das, was man anhat, immer eine Botschaft sendet, ans Team, an den Gegner, an die Welt. Dass Tomé ihre Botschaft auch noch so perfekt mit ihrem stets bierernsten Gesichtsausdruck unterstreicht, ist extratoll. Sie lautet: Wir sind nicht zum Spaß hier, sondern zum Gewinnen. Hat bis jetzt geklappt.