München (dpa/lby) - Die Regenwolken schreckten die Besucher nicht: Rund 12.000 Frühaufsteher tanzten beim Kocherlball am Chinesischen Turm im Münchner Englischen Garten in den Morgen. Selbst bei den gelegentlichen Schauern lichtete sich das dichte Treiben auf der Tanzfläche nicht.
Katharina Mayer und Magnus Kaindl gaben als Tanzmeister von der Bühne aus ab 06.00 Uhr den Takt vor und zeigten für die weniger Geübten die Schritte traditioneller Tänze vom Landler über Polka bis zum Zwiefachen. Das frühmorgendliche Fest hat seit Jahren Kultstatus. Ein Verein will die Veranstaltung jetzt sogar zum immateriellen Kulturerbe machen.
Wegen „Unsittlichkeit“ verboten
Die Ursprünge des Kocherlballs reichen weit über 100 Jahre zurück. Ende des 19. Jahrhunderts trafen sich bei schönem Wetter an Sonntagen die Kocherl, die weiblichen Küchenangestellten, mit Hausdienern, Trambahnfahrern und teils Soldaten im Englischen Garten zum Tanzen und Feiern. Das ging nur frühmorgens – denn sie mussten zurück sein an ihrer Arbeitsstelle, wenn ihre Herrschaften aus der Kirche kamen.
Trotz Regenwolken dichtes Gedränge beim Tanz in den Morgen.







