Man stelle sich vor, bei der CDU würde ein Kabarettist auftreten, der eine Gefängnisstrafe für Alice Weidel fordert und einen Bombenanschlag auf Tino Chrupalla. Verpackt in lustige Wortspiele. Und Friedrich Merz sitzt dabei und wiehert vor Lachen, weil der Kabarettist sein Freund ist. Würde die AfD es akzeptieren, wenn CDU-Leute sagten, man solle nicht aus jedem Schabernack gleich eine Staatsaffäre machen?Genau das ist bei der AfD passiert, nur in verkehrten Rollen. Der Kabarettist Uwe Steimle trat in Dessau mit Tino Chrupalla auf und mit Ulrich Siegmund, dem AfD-Spitzenkandidaten aus Sachsen-Anhalt. Steimle witzelte über Angela Merkel und sagte „das Merkel“, weil sie dann grammatikalisch kein Mensch mehr ist, sondern eine Sache. Als es um Merkels Kanzlergemälde ging, sagte er: „Warum hat sie sich im Stehen malen lassen? Weil sie ahnt: Sie wird bald sitzen.“Merkel im Knast, der Gedanke gefiel, und Steimle legte nach: „Im Moment hängt’s erst mal. Und wenn alle Stricke reißen oder der Nagel bricht, dann stellen wir sie an die Wand.“ Sie, Merkel, nicht das Bild. Steimle verglich außerdem Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem SED-Diktator Erich Honecker und sagte: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal: Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“