Die Schuhe, natürlich die Schuhe. Wenn es bei dieser Fußballweltmeisterschaft ein auffälliges äußerliches Merkmal gab, mit dem zuvor niemand gerechnet hatte, dann waren es die Schuhe der Spieler. Sie waren überwiegend pink. Selbst wenn sie von Adidas oder Puma, Nike, New Balance oder Skechers waren und sich die einen beim näheren Hinschauen eher in gedämpftem Lachs vom grünen Rasen absetzten, die anderen in knalligem Neonpink, und wieder andere mit einem Rotstich, sahen sie doch alle gleich aus.Das passt, denn auch Zivilisten neigen bei Schuhen zu einer gewissen Uniformität. Mal haben Adidas-Gazelle- oder Adidas-Samba- oder Nike-Cortez-Sneaker ihren Moment, aktuell befinden wir uns im Havaianas-Flip-Flops- und Birkenstock-Boston-Sommer.Für die Fußballer war es also die WM in pinken Schuhen. Es war aber überhaupt alles so schön pink bei diesem in logistischer wie politischer Hinsicht komplizierten Turnier. Wenn Manuel Neuer sich streckte, um den Ball zu fangen, der auf sein Tor zuschoss, dann tat er das mit kaugummipinken Handschuhen. Die Torhüter von Ghana und Kroatien liefen gleich ganz in Pink auf. In Miami bekamen die Schiedsrichter Ausrüstung in Flamingorosa gestellt. Und wenn Spieler als Einwechsel-Option auf der Bank saßen, trugen sie häufig Leibchen in Puderrosa.