Bestes Workout: Die Spanier beim BräunenSo sieht eine konsequente Bräunungsroutine aus – ein Albtraum für jeden Dermatologen. THOMAS COEX/afpSollten die Spanier das Finale erreichen oder am Ende sogar den WM-Pokal holen, ist ganz klar, woran es gelegen hat: am Vitamin D. Spieler wie Ferran Torres, Marcos Llorente und Álex Baena wurden in den Trainingspausen regelmäßig mit freiem Oberkörper und hochgezogenen Shorts beim intensiven Bräunen gesichtet. Für einen möglichst nahtlosen Tan wie in den Achtzigern. Torres immerhin hat es mit seinem Look schon mal auf die Teen Vogue Liste der »World Cup Heartthrobs« geschafft. Titel ist Titel.Größter Newcomer: Lamine Yamals kleiner BruderDer kleine Halbbruder von Lamine Yamal geht mit seinem Jubel viral. David Ramos / Getty ImagesJa, okay, sechs Tore bei einer WM sind gutes oberes Mittelfeld, aber der eigentliche »Breakout-Star« dieser WM heißt nicht Kane, sondern Keyne und ist der Halbbruder des Superstars Lamine Yamal. Sein wilder Jubel mit herausgestreckter Zunge nach dem Viertelfinalsieg von Spanien gegen Portugal in Richtung seines großen Bruders auf dem Feld ging sofort viral. Seitdem wird das Netz mit weiteren Videoschnipseln des Dreijährigen geflutet. Keyne beim Golfen (und zwar nicht mit Trump), Keyne beim Tanzen mit seiner Mutter, Keyne mit Sonnenbrille im Stadion. Passender Soundtrack: »Living La Vida Loca.« Yamal hat bereits erklärt, dass der Kleine fast wie ein Sohn für ihn sei. »Ich bin in einer Wohnung aufgewachsen, wo Küche und Schlafzimmer im selben Raum waren. Zu sehen, dass Keyne die Kindheit erlebt, die ich mir immer gewünscht habe, macht mich am glücklichsten.« Klar, auf wen die Publikumskamera heute Abend beim Halbfinale Spanien-Frankreich besonders oft gerichtet sein wird.Schon gewonnen: die FranzosenWas Thuram wohl in seiner Chanel-Handtasche mitnimmt? Pierre Perusseau/IMAGO/PsnewZRückblickend wird die WM 2026 vielleicht für besonders viele Tore von besonders großen Stars in Erinnerung bleiben, ganz sicher jedoch für dieses andere kleine Detail: das »Handbag Game« war noch nie so stark wie dieses Jahr, über kein Mode-Phänomen wurde häufiger berichtet. Wer am besten abgeschnitten hat? Die Franzosen. Konkret: Chanel, Louis Vuitton, Hermès. Marcus Thuram wurde mit einer grasgrünen Maxi-2.55 gesichtet, Jude Bellingham mit einer LV Keepall, gefühlt alle anderen mit einer Hermés Haut à Courroies, kurz »HAC«. Das Volumen ist im Vergleich zu Oliver Kahns ikonischem Kulturbeutel von 2008 ungefähr proportional zu den Ticketpreisen gewachsen, in den meisten Modellen könnte man problemlos den ein oder anderen zusätzlichen Ersatzspieler ins Stadion schmuggeln.Sieger der Herzen: Kongolesen im Leo-LookInstagramDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Sie sind viel zu früh abgereist (nach dem Sechzehntelfinale gegen England), aber immerhin beim Anreisen waren sie unschlagbar. Team Kongo trug einen ikonischen Look: schwarze Anzüge mit einem langgezogenen linken Revers mit Leoprint, dazu Handtaschen im gleichen Muster und silberne Broschen in Leopardenform. Die Entwürfe stammen vom kongolesischen Designer Alvin Mak, der in Paris lebt. Der Leopard ist das Nationaltier des Kongo, die Sterne-Form der Handtaschen sollte die großen Ambitionen des Landes bei dieser WM symbolisieren. Das mit dem »nach den Sternen greifen« hat nicht ganz geklappt, aber Mak zumindest dürfte jetzt Anfragen aus der ganzen Welt bekommen.Wehendste Frisur: Ecuadors Trainer Sebastián BeccaceceBei Sebastián Beccacece freuen sich sogar die Haare über den Torjubel gegen Deutschland mit. Mike Segar; rtr/REUTERSDie Trend-Frisur dieser WM beziehungsweise angesagteste Färbung sind blondierte Spitzen, im Fachjargon »frosted tips« genannt. Tahith Chong vom deutschen Lieblingsgegner Curaçao, der Tunesier Hannibal, der Kanadier Derek Cornelius, Nico Williams aus Spanien – auf fast jedes Land kam mindestens ein ansatzweise Blondierter. Aber keine Matte flatterte so zart im Wind wie die Haare von Ecuadors Nationalcoach Sebastián Beccacece beim Torjubel gegen Deutschland.Verlierer-Look: Julian Nagelsmann und sein Schlabber-ShirtDas schwarze T-Shirt mit den Namen der Fans auf dem Rücken war eine besondere Aktion des DFB. IMAGO/Kirchner-MediaMan würde rückblickend so gern etwas Versöhnliches schreiben. Wenigstens stilistisch nicht auch noch nachtreten. Allein: Es geht halt nicht. Als Nagelsmann im Sechzehntelfinale gegen Paraguay in seinem Schlabber-T-Shirt auflief, war eigentlich schon alles verloren. Er sah damit genauso wurstig aus wie über weiter Strecken gespielt wurde. Trainer sollen natürlich anziehen dürfen, was sie wollen. Der zweifache Champions-League-Gewinner Luis Enrique trägt oft viel zu enge Hosen. Niemand muss auf Retro-Brille machen wie der Schweizer Murat Yakin, wenn man das vom Feeling her gerade nicht abrufen kann. Aber so ein bisschen Körperspannung und Schnittführung an der Seitenlinie schaden in der Außenwirkung halt auch nicht. Dabei sollte das Nagelsmann-T-Shirt mit den Namen der Fans, die ihm symbolisch den Rücken stärken, ironischerweise eigentlich ein Glücksbringer sein.Drei sind ein Trend: Alle spielen in pinkfarbenen SchuhenBei dieser WM sieht man überall knallpinke Fußballschuhe. Tom Weller/dpaDrei Sportmarken, ein Gedanke: Komm, wir machen die Schuhe dieses Jahr knallpink! Bei den ersten Spielen dachte man noch an eine optische Täuschung oder den Effekt der Übertragungszeiten, die bei so Manchen zu rotgeränderten Augen führten. Dann aber zeigte sich, dass Adidas, Nike und Puma tatsächlich auf eine sehr ähnliche Farbgebung gesetzt hatten. Angeblich, weil Untersuchungen zeigen, dass die Schuhe damit besonders gut wahrgenommen werden. Am Ende war ironischerweise genau das Gegenteil der Fall: die »Pinkification« auf dem Rasen entwickelte sich zum Einheitsbrei. Nur Stars wie Messi, Ronaldo, Kane oder Olise, die von Anfang an andere Modelle trugen, fielen damit auf. Zur nächsten EM vielleicht mal eine geschlossene Whatsapp-Gruppe unter den Chefdesignern anregen?Gute WAGs, schlechte WAGsInstagramDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Victoria Beckham saß beim Spiel England gegen Norwegen in Miami neben Mann und Kindern in der VIP-Loge und bewies noch einmal, dass sie die Originalversion der Kategorie »WAG« ist: Niemand kann so demonstrativ das Spiel nicht verfolgen wie sie. Georgina Rodriguez hingegen fieberte bei ihrem Verlobten Cristiano Ronaldo aufgeregt mit und sie nutzte diese definitiv letzte WM für ihn und sich zur maximalen Vermarktung. Die ehemalige Gucci-Verkäuferin hat gerade ihre eigene Workout-Wear »Mimoa« lanciert und schickte ein paar Klamotten davon – Achtung Überraschungs-Move – an: Antonela, die Ehefrau von Ronaldos größtem Konkurrenten Messi. In spanischen Medien sorgte das kleine Geschenk unter Freundinnen wie gewünscht für ordentlich Aufsehen. Antonela bedankte sich per Instagram („alles wunderschön“) und wünschte der Kollegin »viel Erfolg«.Alle wollten: Haalands HaargummiUm Haalands Haargummis ist ein regelrechter Hype entstanden. Dylan Martinez/REUTERSWortspiele verbitten sich hier natürlich. Es tut ja auch rein gar nichts zur Sache, dass der am meisten abgefeierte Star dieser WM Haaland heißt, ausgerechnet lange Haare hat und jetzt alle Welt seine Haargummis nachkaufen möchte. Die offensichtlich topsitzende Marke seiner Wahl heißt KKNEKKI, der 25-Jährige ist seit Jahren solcher Fan, dass er gleich Anteilseigner bei dem norwegisch-koreanischen Haargummi-Unternehmen wurde. Passend zur WM gab es eine »Haaland Edition« mit acht Farben für 28 Euro. Die ist natürlich inzwischen ausverkauft. Die »Flag BE-DE« in den belgischen und deutschen Landesfarben hingegen gibt es noch. Illustration: GrafiluSilke Wichert hat mehrere Jahre das Moderessort des SZ-Magazins geleitet. Leute sagen deshalb gern vorweg, dass sie sich wirklich! überhaupt! nicht! für Mode interessieren. Um dann, nur mal so interessehalber, hinterher zu schieben: Was trägt man denn gerade so? Auch dafür schreibt sie jetzt diese Kolumne.Zum Autorenprofil