Boston (dpa) - Warum schnibbelt Englands Nationalspieler Jude Bellingham an seinen Stutzen rum? Was hat es mit dem futuristischen Kopfschmuck der Schiedsrichter auf sich und zu welchen Mitteln greifen Ausrüster im Kampf um Aufmerksamkeit? Die Fußball-WM sorgt auch abseits des sportlichen Geschehens für Gesprächsstoff. Pink ist das neue schwarzHarry Kane trägt sie, Yan Diomande ebenfalls – und auch Joshua Kimmich setzte bei der WM auf pinke Schuhe. Dahinter steckt vor allem der Wettstreit der großen Ausrüster um maximale Aufmerksamkeit. „Pink hebt sich auf dem grünen Rasen besonders gut ab – egal, ob im Stadion oder vor dem Fernseher“, erklärte Odinga Nimako vom Hersteller Nike „The Athletic“. Leuchtende Farben seien auch gefragt, weil sie den Spielern zusätzliches Selbstvertrauen gäben.Ein Hingucker bei der Fußball-WM: Pinke Schuhe waren auch im DFB-Team angesagt. (Archivbild) Tom Weller/dpaWie groß der Trend inzwischen ist, zeigte bereits das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika: 19 der 22 Profis liefen mit pinken oder rosafarbenen Schuhen auf. Die auffälligen Modelle sind längst mehr als nur Sportausrüstung – sie gehören für viele Spieler zum eigenen Markenauftritt. „Sportler fordern die fortschrittlichsten verfügbaren Leistungsschuhe und wünschen sich zunehmend Produkte, die ihre Individualität widerspiegeln“, sagte Rob Sheldon, Produktchef für Fußball bei New Balance, dem US-Sender CNN.Löcher in den StutzenWer genau hinschaut, entdeckt bei immer mehr Profis Löcher in den Stutzen. Dahinter steckt kein modischer Trend, sondern vielmehr ein praktischer. Viele Spieler klagen darüber, dass moderne Kompressionsstrümpfe die Wadenmuskulatur zu stark einschnüren. Durch die Einschnitte soll der Druck reduziert und die Durchblutung verbessert werden. Bringt es was? Viele Fußballer schneiden Löcher in ihre Stutzen. (Archivbild) Tom Weller/dpaZu den bekanntesten Spielern gehört etwa Englands Nationalspieler Bellingham. Viele Mediziner vermuten allerdings nur einen Placebo-Effekt. „Am Ende schaut es halt cool aus für sie. Wenn man daran glaubt, hat es eine Wirkung, das hilft manchmal mehr als alles andere“, erklärte Sportwissenschaftler Veit Senner gegenüber „FuPa Oberbayern“.Schiedsrichter sehen wie Cyborgs ausEs war ein denkwürdiger Auftritt von Wilton Sampaio beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion. Der brasilianische Schiedsrichter zeigte gleich drei Rote Karten und sorgte mit einer holprigen Stadiondurchsage auf Englisch für Schmunzeln. Doch das Auffälligste war sein futuristisch wirkender Kopfschmuck: Wie alle WM-Referees trug Sampaio erstmals eine seitlich montierte Ref-Cam mit Mikrofon und Kopfhörer.Futuristischer Look: Die FIFA setzt bei der WM Schiedsrichterkameras ein. (Archivbild) Tom Weller/dpaIn den sozialen Medien wurde der Brasilianer prompt mit einem Roboter oder Cyborg verglichen - ein Wesen, das seine menschlichen Fähigkeiten durch technologische Mittel erweitert. Laut FIFA soll die Technik den Fans Entscheidungen besser nachvollziehbar machen.Was hat es mit den Westen auf sich? Die Hitze in Nordamerika ist eines der großen WM-Themen – auch wenn die befürchteten Extrembedingungen bislang vielerorts ausgeblieben sind. Viele Teams setzen trotzdem bereits auf Kühlwesten. Spanien nutzt etwa rund um das Training Westen mit gefrorenen Gel-Einsätzen. Sie sollen die Körpertemperatur senken, die Belastung reduzieren und die Erholung beschleunigen.YouTubeDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von YouTube angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Warum tragen die Portugiesen Armbänder?Mitfavorit Portugal trägt bei der Fußball-WM die Erinnerung an den tödlich verunglückten Nationalspieler Diogo Jota stets bei sich. Vor dem Abflug in die USA überreichte Premierminister Luis Montenegro jedem Spieler ein Armband in den Landesfarben Grün und Rot. Auf diesem stehen die Namen aller WM-Fahrer sowie eine Widmung an Jota. Der Stürmer des FC Liverpool starb am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall in Spanien. Genau ein Jahr später gewann Portugal sein Sechzehntelfinale gegen Kroatien.In Gedenken an Diogo Jota: Portugals Spieler tragen Armbänder. (Archivbild) Karen Warren/AP/dpaMini-SchienbeinschonerJapans Keito Nakamura fiel bei der WM nicht nur durch sein Tor gegen die Niederlande, sondern auch aufgrund seiner winzigen Schienbeinschoner und tief getragenen Stutzen auf. Ein Trend, der sich weltweit immer stärker etabliert - vor allem wegen des höheren Tragekomforts und der besseren Beweglichkeit. Aber: „Mini-Schienbeinschoner können das Verletzungsrisiko erhöhen, da sie im Vergleich zu größeren Schienbeinschonern einen geringeren Teil des Schienbeins abdecken“, teilte der englische Fußballverband einst mit. Setzt auf kurze Schienbeinschoner: Der Japaner Keito Nakamura. (Archivbild) Julio Cortez/AP/dpaHochkrempeln als Geheimcode?Portugals Superstar Cristiano Ronaldo macht es vor Freistößen regelmäßig, Englands Declan Rice vor Ecken: Immer mehr Fußballer tragen ihre Hosen nicht nur besonders eng, sondern krempeln vor Standardsituationen auch ein Hosenbein hoch. Warum? „Das zeigt, dass er stark und kraftvoll wirken möchte. Dass er dabei seine Shorts hochzieht und seine unglaublichen Oberschenkelmuskeln zur Schau stellen kann, spielt dabei wahrscheinlich auch eine Rolle“, sagte Rob Warner, ehemaliger Designleiter bei Puma, dem Portal „The Athletic“.Cristiano Ronaldo trägt seine Shorts lieber eine Nummer kleiner. (Archivbild) Stephanie Scarbrough/AP/dpaDaneben kursiert noch eine andere Theorie: Das hochgekrempelte Hosenbein könnte als geheimer Code für die Mitspieler dienen. Hebt Rice vor einer Ecke etwa das rechte Hosenbein hoch, könnte das bedeuten, dass der Ball auf den langen Pfosten geschlagen wird.© dpa-infocom, dpa:260704-930-332173/1
Pinke Schuhe und Roboter-Schiris: WM-Mysterien erklärt
Boston (dpa) - Warum schnibbelt Englands Nationalspieler Jude Bellingham an seinen Stutzen rum? Was hat es mit dem futuristischen Kopfschmuck der Schiedsrichter auf sich und zu welchen Mitteln greifen Ausrüster im Kampf um Aufmerksamkeit? Die Fußball-WM sorgt auch abseits des sportlichen Geschehens für Gesprächsstoff. Pink ist das neue schwarzHarry Kane trägt sie, Yan Diomande ebenfalls – und auch Joshua Kimmich setzte bei der WM auf pinke Schuhe. Dahinter steckt vor allem der Wettstreit der großen Ausrüster um maximale Aufmerksamkeit. „Pink hebt sich auf dem grünen Rasen besonders gut ab – egal, ob im Stadion oder vor dem Fernseher“, erklärte Odinga Nimako vom Hersteller Nike „The Athletic“. Leuchtende Farben seien auch gefragt, weil sie den Spielern zusätzliches Selbstvertrauen gäben.Ein Hingucker bei der Fußball-WM: Pinke Schuhe waren auch im DFB-Team angesagt. (Archivbild) Tom Weller/dpaWie groß der Trend inzwischen ist, zeigte bereits das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika: 19 der 22 Profis liefen mit pinken oder rosafarbenen Schuhen auf. Die auffälligen Modelle sind längst mehr als nur Sportausrüstung – sie gehören für viele Spieler zum eigenen Markenauftritt. „Sportler fordern die fortschrittlichsten verfügbaren Leistungsschuhe und wünschen sich zunehmend Produkte, die ihre Individualität widerspiegeln“, sagte Rob Sheldon, Produktchef für Fußball bei New Balance, dem US-Sender CNN.Löcher in den StutzenWer genau hinschaut, entdeckt bei immer mehr Profis Löcher in den Stutzen. Dahinter steckt kein modischer Trend, sondern vielmehr ein praktischer. Viele Spieler klagen darüber, dass moderne Kompressionsstrümpfe die Wadenmuskulatur zu stark einschnüren. Durch die Einschnitte soll der Druck reduziert und die Durchblutung verbessert werden. Bringt es was? Viele Fußballer schneiden Löcher in ihre Stutzen. (Archivbild) Tom Weller/dpaZu den bekanntesten Spielern gehört etwa Englands Nationalspieler Bellingham. Viele Mediziner vermuten allerdings nur einen Placebo-Effekt. „Am Ende schaut es halt cool aus für sie. Wenn man daran glaubt, hat es eine Wirkung, das hilft manchmal mehr als alles andere“, erklärte Sportwissenschaftler Veit Senner gegenüber „FuPa Oberbayern“.Schiedsrichter sehen wie Cyborgs ausEs war ein denkwürdiger Auftritt von Wilton Sampaio beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion. Der brasilianische Schiedsrichter zeigte gleich drei Rote Karten und sorgte mit einer holprigen Stadiondurchsage auf Englisch für Schmunzeln. Doch das Auffälligste war sein futuristisch wirkender Kopfschmuck: Wie alle WM-Referees trug Sampaio erstmals eine seitlich montierte Ref-Cam mit Mikrofon und Kopfhörer.Futuristischer Look: Die FIFA setzt bei der WM Schiedsrichterkameras ein. (Archivbild) Tom Weller/dpaIn den sozialen Medien wurde der Brasilianer prompt mit einem Roboter oder Cyborg verglichen - ein Wesen, das seine menschlichen Fähigkeiten durch technologische Mittel erweitert. Laut FIFA soll die Technik den Fans Entscheidungen besser nachvollziehbar machen.Was hat es mit den Westen auf sich? Die Hitze in Nordamerika ist eines der großen WM-Themen – auch wenn die befürchteten Extrembedingungen bislang vielerorts ausgeblieben sind. Viele Teams setzen trotzdem bereits auf Kühlwesten. Spanien nutzt etwa rund um das Training Westen mit gefrorenen Gel-Einsätzen. Sie sollen die Körpertemperatur senken, die Belastung reduzieren und die Erholung beschleunigen.YouTubeDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von YouTube angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Warum tragen die Portugiesen Armbänder?Mitfavorit Portugal trägt bei der Fußball-WM die Erinnerung an den tödlich verunglückten Nationalspieler Diogo Jota stets bei sich. Vor dem Abflug in die USA überreichte Premierminister Luis Montenegro jedem Spieler ein Armband in den Landesfarben Grün und Rot. Auf diesem stehen die Namen aller WM-Fahrer sowie eine Widmung an Jota. Der Stürmer des FC Liverpool starb am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall in Spanien. Genau ein Jahr später gewann Portugal sein Sechzehntelfinale gegen Kroatien.In Gedenken an Diogo Jota: Portugals Spieler tragen Armbänder. (Archivbild) Karen Warren/AP/dpaMini-SchienbeinschonerJapans Keito Nakamura fiel bei der WM nicht nur durch sein Tor gegen die Niederlande, sondern auch aufgrund seiner winzigen Schienbeinschoner und tief getragenen Stutzen auf. Ein Trend, der sich weltweit immer stärker etabliert - vor allem wegen des höheren Tragekomforts und der besseren Beweglichkeit. Aber: „Mini-Schienbeinschoner können das Verletzungsrisiko erhöhen, da sie im Vergleich zu größeren Schienbeinschonern einen geringeren Teil des Schienbeins abdecken“, teilte der englische Fußballverband einst mit. Setzt auf kurze Schienbeinschoner: Der Japaner Keito Nakamura. (Archivbild) Julio Cortez/AP/dpaHochkrempeln als Geheimcode?Portugals Superstar Cristiano Ronaldo macht es vor Freistößen regelmäßig, Englands Declan Rice vor Ecken: Immer mehr Fußballer tragen ihre Hosen nicht nur besonders eng, sondern krempeln vor Standardsituationen auch ein Hosenbein hoch. Warum? „Das zeigt, dass er stark und kraftvoll wirken möchte. Dass er dabei seine Shorts hochzieht und seine unglaublichen Oberschenkelmuskeln zur Schau stellen kann, spielt dabei wahrscheinlich auch eine Rolle“, sagte Rob Warner, ehemaliger Designleiter bei Puma, dem Portal „The Athletic“.Cristiano Ronaldo trägt seine Shorts lieber eine Nummer kleiner. (Archivbild) Stephanie Scarbrough/AP/dpaDaneben kursiert noch eine andere Theorie: Das hochgekrempelte Hosenbein könnte als geheimer Code für die Mitspieler dienen. Hebt Rice vor einer Ecke etwa das rechte Hosenbein hoch, könnte das bedeuten, dass der Ball auf den langen Pfosten geschlagen wird.© dpa-infocom, dpa:260704-930-332173/1







