Als Roswell Encina auf dem Weg zu einer Party am amerikanischen Nationalfeiertag war, stieg plötzlich eine Horde vermummter Männer zu ihm in die Washingtoner Metro. Er war wie versteinert. Er wusste nicht, was sie vorhatten. Amerikanischen Medien sagt er später: „Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht richtig Angst hatte.“ Was ihn ein wenig beruhigte: Mit den Männern stieg auch ein Fotograf ein. Wenn etwas passiert, dann war dort wenigstens jemand mit einer Kamera, sagte sich Encina, ein Amerikaner mit philippinischen Wurzeln. Er rechnete mit dem Schlimmsten. Dass sie ihn treten, vielleicht sogar auf ihn einstechen würden.Das Bild des Fotografen Finn Gomez von der Nachrichtenagentur Getty wurde später zu einem der Motive des Jubiläumstages in der amerikanischen Hauptstadt. Encina, zum 4. Juli in blau kariertem Hemd und mit rotem Halstuch, machte sich auf seinem Sitz möglichst klein und starrte ins Leere. Um ihn herum nur vermummte Männer mit weißen Sturmhauben, dunkelblauen Hemden und beigefarbenen Kappen. Männer der Patriot Front, einer rechtsextremen, rassistischen Gruppe, die ein Amerika nur für Weiße will.Innenminister: Meinungsfreiheit für das „gesamte Spektrum“Seit diesem Foto und dem einer schwarzen Frau, ebenfalls umringt von den weißen Nationalisten, wird in den Vereinigten Staaten darüber gestritten, wie das Land es mit den Anhängern der „White Supremacy“ halten will, den Kämpfern für eine Vorherrschaft der Weißen. Ausgerechnet zum 250. Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit marschierten Hunderte vermummte Rechtsextreme durch Washington und riefen: „Holt Amerika zurück!“
Rechtsextreme in Washington: Sie sagen das Gleiche wie Trump
In Washington marschierten kürzlich maskierte Rassisten der Patriot Front durch die Straßen. Was sie propagieren, unterscheidet sich nur wenig von dem, was Mitglieder der Trump-Regierung sagen.







